Seen & Gewässer
Świerklaniec, Schlesien
Der Stausee Kozłowa Góra, auch Świerklaniec-See genannt, entstand in den 1930er-Jahren als … Panzerhindernis. Im Kriegsfall sollte er das Tal der Brynica vor den Befestigungen des Festungsbereichs „Schlesien" fluten. Heute ist er Trinkwasserspeicher für einen Teil des oberschlesischen Ballungsraums und eines der wichtigsten Vogelrefugien an dessen Nordrand – in seiner Umgebung wurden über 200 Arten nachgewiesen.
Der Bau begann 1935 und wurde um die Jahreswende 1938/39 abgeschlossen. Planer und Bauleiter war Ingenieur Jan Stonawski. Im Ernstfall sollte das gestaute Wasser rund 600 ha des Tals überfluten und Truppen sowie Panzer aufhalten. Ringsum entstanden Bunker, Panzersperren und Feuerstellungen, von denen einige erhalten sind. Im September 1939 wurde der Stausee jedoch nicht so eingesetzt, wie es die Planer vorgesehen hatten.
1948–1951 wurde der See für die regionale Wasserversorgung umgebaut. Am Damm arbeitet das Wasserwerk Kozłowa Góra der Oberschlesischen Wasserwerke (GPW); der Zugang zu Teilen des Ufers ist zum Schutz der Entnahmestelle eingeschränkt.
Am wertvollsten ist der Norden, wo die Brynica einmündet – mit Schilf, Röhricht und Feuchtwiesen. Manche Quellen nennen 202 Vogelarten im Umfeld des Sees, davon 78 Brutvögel; andere sprechen von mindestens 246 Arten. Zu den Brutvögeln zählen Rohrdommel, Zwergdommel, Tüpfelsumpfhuhn, Rohrweihe, Eisvogel, Weißbart-Seeschwalbe und Schwarzhalstaucher, dessen Kolonien bis zu etwa 90 Nester umfassten. Laut Birdingplaces brüten in der Umgebung auch Kranich und Seeadler. Am Wasser werden Biber und Fischotter beobachtet.
Vor dem Ersten Weltkrieg verlief durch das Brynica-Tal die Grenze zwischen dem Deutschen Kaiserreich und dem Russischen Reich; Spuren davon finden sich noch in der Umgebung. Der offizielle Name stammt von Kozłowa Góra, heute ein Stadtteil von Piekary Śląskie. Inoffiziell nannten Einheimische den See auch „Dioblina" oder „Diablina". Beim Bau blieben Baumstümpfe und Wurzelstöcke am Grund zurück, die jahrzehntelang Fischbestände und Angelbedingungen beeinflussten.
Der Stausee liegt rund 20 km nördlich von Katowice. Am besten erkunden Sie ihn zu Fuß oder mit dem Rad, etwa entlang der Deiche, und verbinden den Besuch mit dem benachbarten Park in Świerklaniec (rund 154 ha, mit etwa 20 historischen Bauten, darunter das Kavaliershaus und das Mausoleum der Donnersmarcks). Für Vogelbeobachtung kommen Sie früh morgens im Frühjahr oder Herbst und nehmen ein Fernglas mit. Eine ausgewiesene Badestelle gibt es nicht – es ist ein Trinkwasserspeicher –, und geangelt werden darf nur an den vom Betreiber festgelegten Stellen und nach dessen Regeln. Für einen Spaziergang mit Vogelbeobachtung sollten Sie 2–3 Stunden einplanen.
Eintritt frei
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