Paläste
Der Park von Świerklaniec, zwischen Tarnowskie Góry und Piekary Śląskie, bewahrt Spuren einer der glanzvollsten Residenzen Oberschlesiens. Erhalten ist der Kavalierspalast, errichtet in den Jahren 1903 bis 1906 nach einem Entwurf von Ernst von Ihne als Gästeschloss des Fürsten Guido von Donnersmarck. Zu den ersten Gästen zählte Kaiser Wilhelm II., später lebte hier die Familie von Guidos Sohn, Fürst Guidotto. Über dem Haupteingang prangt das Wappen der Fürsten Donnersmarck.
Der Kavalierspalast war nur ein Zusatz zum Hauptsitz der Familie — dem Kleinen Versailles (Neues Schloss Neudeck), erbaut 1868 bis 1876 auf Initiative von Guido von Donnersmarck. Der Entwurf wird Hector-Martin Lefuel zugeschrieben, dem Architekten des Louvre-Ausbaus. Der französische Neorenaissancebau umfasste 34 Zimmer und 6 Appartements; wegen des sumpfigen Bodens ruhten die Fundamente auf mehr als zweitausend etwa 10 Meter langen Eichenpfählen. Das Schloss brannte 1945 ab und wurde nach dem Krieg abgetragen — erhalten sind Gartenterrassen, Becken, ein Brunnen und Skulpturen von Emmanuel Frémiet.
Der von der Gemeinde Świerklaniec verwaltete Kavalierspalast ist in gutem Zustand und wird gelegentlich für Besichtigungen geöffnet — im Inneren hat sich ein schönes Treppenhaus erhalten, wenn auch nicht die ursprüngliche Ausstattung. Eine Kuriosität: Von 1924 bis 1937 wohnte hier Feliks Calonder, Vorsitzender der Gemischten Kommission für Oberschlesien und früherer Schweizer Bundespräsident. Verlängern Sie den Parkspaziergang um die Terrassen des Kleinen Versailles; auch die Piastenburg und die Wirtschaftsgebäude liegen in der Nähe.
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