Denkmäler
In einem kleinen Hain auf dem Hügel zwischen Orzech und Świerklaniec steht ein runder Steinturm, der seit Generationen Assoziationen mit einer mittelalterlichen Wehranlage weckt. Tatsächlich handelt es sich um eine künstliche Ruine aus dem 19. Jahrhundert — ein bewusst „gealtertes“ Gartenbauwerk, errichtet auf Initiative von Guido Henckel von Donnersmarck, dem Besitzer der Residenz im nahegelegenen Świerklaniec.
Im 19. Jahrhundert war in ganz Europa die „romantische Ruine“ in Mode: Schlossgärten schmückten bewusst verwitterte Nachbildungen von Burgmauern, die der Landschaft historische Tiefe verleihen sollten. Der Turm in Orzech war Teil einer solchen Anlage — er diente der Familie Donnersmarck als Aussichtspunkt und Schmuck bei Jagden und hatte nie eine Wohnfunktion. In der Nähe des Turms sind Reste alter Mauern sichtbar, die die Legende von einem Schloss mit vier Bastionen nährten. Der Familienhistoriker Arkadiusz Kuzio-Podrucki bestätigt jedoch, dass es sich nicht um ein Relikt einer Festung handelt, sondern um ein Beispiel der architektonischen Mode der Epoche.
Die Ruine muss man suchen: Fahren Sie bis zum Ende der Straße Sobieskiego in Orzech, folgen Sie dann einem Feldweg in den Hain und biegen Sie nach einer Weile rechts ab. Das Bauwerk ist unter der Nummer A/635/66 in das Denkmalregister der Woiwodschaft Schlesien eingetragen und steht unter Denkmalschutz. Der Eintritt ist frei, das Gelände ist ganzjährig offen.
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