Paläste
Unweit von Tarnowskie Góry erhebt sich der neugotische Donnersmarck-Palast, nach dem Vorbild der englischen Gotik und der Tudor-Architektur gestaltet. Sein hoher Turm, die Stufengiebel und die Lukarne mit Zeltdächern machen ihn zu einem der bekanntesten Denkmäler des Powiat Tarnowskie Góry.
Den Bau begann man 1856 auf Initiative des Grafen Hugo I Henckel von Donnersmarck, eines der reichsten Industriellen Oberschlesiens; zwei Jahre später stand die Residenz, die als Sommersitz der Familie dienen sollte. Die Donnersmarck beherrschten Nakło von 1695 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. 1891 erhöhte der Sohn des Gründers, Lazarus IV, den Turm und erweiterte den Palast, womit er seine heutige Gestalt erhielt.
Nach 1921 blieb die Nakłoer Linie als loyale Bürger in Polen, weshalb man sie die „polnische Linie” nannte. Der letzte Besitzer, Lazarus V, reiste vor der Front in die Schweiz, nahm nicht die deutsche Staatsbürgerschaft an und wirkte bis zu seinem Tod 1991 im Malteserorden.
Nach dem Krieg beherbergte das Gebäude rund sechzig Jahre lang eine Landwirtschaftsschule. Seit 2013 ist der Palast Sitz des Zentrums für Schlesische Kultur: Ausstellungen — darunter eine über die Donnersmarck — Workshops und Konzerte finden hier statt. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 12–18 Uhr, am Wochenende 11–18 Uhr; Eintritt ab 5 PLN, am ersten Freitag im Monat ist der Eintritt frei.
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