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Tarnowskie Góry, Schlesien
Gwarki ist das jährliche Stadtfest von Tarnowskie Góry, dem früheren Tarnowitz in Oberschlesien. Seit 1957 feiert die alte Bergbaustadt jeden September ihre Geschichte mit Konzerten, Familienprogramm und vor allem einem farbenprächtigen historischen Umzug, der 2024 in die polnische Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde. Wer Brauchtum, Kostüme und Stadtfeste mag, findet hier eines der ungewöhnlichsten Feste Schlesiens – mit tief verwurzelten deutsch-polnischen Bergbautraditionen.
Tarnowskie Góry liegt etwa 25 km nördlich von Kattowitz (Katowice). Der Flughafen Katowice in Pyrzowice ist nur rund 15 km entfernt. Mit dem Auto fährst du von Görlitz über die A4 an Breslau (Wrocław) vorbei rund 350 km. Regionalzüge verbinden Kattowitz mit Tarnowskie Góry; vom Bahnhof gehst du zu Fuß zum Marktplatz. Während des Festes gibt es im Zentrum Verkehrsbeschränkungen, die Bahn ist daher die bequemste Wahl.
„Gwarek“ ist ein altes polnisches Wort für Bergmann. Die Stadt entstand im 16. Jahrhundert rund um den Abbau von Silber- und Bleierz; 2026 feierte sie ihr 500-jähriges Jubiläum. Über lange Zeit gehörte Tarnowitz zu Preußen und Deutschland, bevor es 1922 an Polen kam – die Bergbaukultur verbindet beide Geschichten. Seit 2017 sind das Blei-Silber-Zink-Bergwerk und sein unterirdisches Wassermanagementsystem UNESCO-Welterbe.
Der Umzug findet am letzten Festtag, einem Sonntag, statt. Den ersten organisierte 1957 der Heimatforscher Antoni Gładysz, inspiriert von Bergmannsparaden des frühen 20. Jahrhunderts. Einwohner verkörpern Stadtgründer, Sagengestalten, berühmte Gäste und verdiente Bürger; Rollen und Kostüme werden oft in Familien weitergegeben. 2023 wirkten rund 300 Personen mit. 2024 kam der Umzug auf die Landesliste des immateriellen Kulturerbes.
Gwarki findet jedes Jahr Anfang September statt. 2026 dauerte das Fest vom 10. bis 13. September. Der Termin für 2027 war im Oktober 2026 noch nicht veröffentlicht.
Programm, Lageplan und eventuelle Eintrittsregeln veröffentlicht der Veranstalter auf der offiziellen Website.
Ja – besonders in Kombination mit dem Historischen Silberbergwerk und dem Stollen der Schwarzen Forelle, den man per Boot durchfährt. Beide sind auch außerhalb des Festes geöffnet. Komm am Umzugstag früh und such dir einen Platz an der Strecke. Für Bergwerk und Stollen solltest du einen halben Tag einplanen und Tickets möglichst vorab sichern, denn am Festwochenende ist der Andrang groß. Ein Bummel über den Marktplatz mit Rathaus und evangelischer Kirche zeigt, wie der Reichtum aus dem Bergbau das Stadtbild geprägt hat. Kartenzahlung ist verbreitet, für Imbissstände ist etwas Bargeld in Złoty (PLN) aber praktisch. Abends kann es Anfang September schon kühl werden – eine leichte Jacke gehört ins Gepäck.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026