Märkte & Altstädte
Der Marktplatz von Tarnowitz formte sich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und hat die Form eines unregelmäßigen Trapezes — die Bergleute des Silbers und Bleis bauten ihre Häuser um die Förderschächte, nicht nach einem abgesteckten Raster. Zwei Schächte wurden später in städtische Brunnen umgewandelt; einer, rekonstruiert in den 1950er Jahren als hölzerner Haspel mit Dach, steht noch heute im Westteil des Platzes. Unter dem Markt, in 26 Metern Tiefe, verläuft der Jakobsstollen — ein ehemaliger bergmännischer Wasserlösungsstollen.
Über dem Platz ragt das neurenaissanceliche Rathaus von 1898 empor, das als eines der schönsten Schlesiens gilt. Es wurde aus rotem Klinker, Granit und Sandstein im Stil der norddeutschen Renaissance erbaut; während der Bauarbeiten brannte der Helm des fast 40 Meter hohen Turms ab. Die Fassade schmücken die Wappen der Donnersmarcks, Preußens und der Stadt sowie eine Bergmannsfigur von 1959.
An der Westzeile stehen Laubenhäuser aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts — Handel war dort ausschließlich den mit dem Bergbau verbundenen Leuten erlaubt. Kreuzgewölbe ruhen auf vierseitigen Pfeilern. Unter der Nummer 1 arbeitet das Sedlaczek-Haus mit dem Stadtmuseum (seit 1958) und dem historischen Weinkeller; auf dem Wiener Feldzug logierte hier König Jan III. Sobieski. Am Platz steht auch die evangelische Erlöserkirche von 1780 — die lutherische Gemeinde ist die älteste in Oberschlesien.
In den Bürgerhäusern gibt es Cafés und Restaurants, und die Bergmannsstatue von 2015 ist ein beliebtes Fotomotiv. Die Historische Silbermine und der Schwarzwasserstollen liegen nah — eine ideale Ergänzung des Tages.
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