Denkmäler
Siedlęcin, Niederschlesien
Der Herzogsturm in Boberröhrsdorf (Siedlęcin) ist ein Wohnturm aus dem 14. Jahrhundert am Bober, wenige Kilometer nordwestlich von Hirschberg im Riesengebirge (Jelenia Góra). Er zählt zu den größten Bauten seiner Art in Mitteleuropa – berühmt ist er aber vor allem für seine Wandmalereien mit der Sage von Lancelot vom See, dem Ritter der Tafelrunde. Eine wenig bekannte, aber außergewöhnliche Sehenswürdigkeit im Hirschberger Tal.
Laut dendrochronologischer Datierung entstand der Turm 1313–1315 für Herzog Heinrich I. von Jauer an einem Übergang über den Bober. Später gehörte er dessen Neffen Bolko II. von Schweidnitz; dessen Witwe Agnes verkaufte ihn an den Hofmann Jenchin von Redern, dessen Familie ihn bis Mitte des 15. Jahrhunderts besaß. Die heutigen Betreiber betonen deshalb: ein Herzogs-, kein Ritterturm – auch wenn er in vielen Reiseführern noch als „Ritterturm“ auftaucht. Archäologen fanden Spuren eines kleinen Torturms in der Wehrmauer, zu dem eine Brücke über den Graben führte.
Der Steinbau misst rund 20 × 14,5 m. Er hatte Keller, Erdgeschoss, drei Wohngeschosse und einen Wehrgang mit Zinnen und war von Mauer und Graben umgeben. Nach einem Brand 1575 wurden die Zinnen zugemauert und ein neues Dach aufgesetzt. Vom 18. Jahrhundert bis 1945 gehörte der Turm den Grafen Schaffgotsch. Seit 2001 ist die Stiftung „Zamek Chudów“ Eigentümerin und setzt Restaurierung und Forschung fort; 2008 wurde der Turm als „Perle in der Krone“ Niederschlesiens ausgezeichnet.
Im großen Saal im zweiten Obergeschoss sind Malereien von etwa 1346 in Secco-Technik erhalten, die Szenen aus der Lancelot-Sage zeigen. Nach Angaben der Betreiber sind es weltweit die einzigen mittelalterlichen Wandbilder zu dieser Legende, die sich am ursprünglichen Ort erhalten haben. Außerdem besitzt der Turm laut Stiftung die ältesten erhaltenen Holzdecken Polens.
Du besichtigst den Turm auf eigene Faust; Einführungsfilme helfen bei der Orientierung. Führungen auf Polnisch kosten 50 Złoty (mindestens zwei Tage vorher reservieren), in Fremdsprachen je nach Verfügbarkeit. Plane etwa eine Stunde ein. Für Familien gibt es einen eigenen Kinderführer; außerdem veranstaltet der Verein am Turm Workshops, Freiwilligencamps und Märkte – den aktuellen Kalender findest du auf der Website, die es auch auf Deutsch gibt. Die oberen Geschosse erreichst du über Holztreppen, barrierefrei ist der Turm daher nur eingeschränkt.
Von Görlitz fährst du gut eine Stunde in Richtung Hirschberg; Boberröhrsdorf liegt kurz vor der Stadt an der Straße nach Lähn (Wleń). Von Dresden rechnest du mit etwa zwei Stunden. Adresse: ul. Długa 21, Siedlęcin; am Turm liegt ein kleiner Park am Fluss.
Ja – für alle, die mittelalterliche Kunst, Burgen oder die Artus-Sage lieben. Der Turm gehört zum Netzwerk der Piastenburgen und lässt sich gut mit dem Hirschberger Marktplatz oder Bad Warmbrunn (Cieplice) verbinden. In Lähn erforscht der Verein des Turms zudem die Burgruine Lähnhaus auf dem Burgberg.
Maj–październik: codziennie 9:00–18:00 (ostatnie wejście 17:30); listopad–kwiecień: codziennie 10:00–16:00 (ostatnie wejście 15:30).
Normalny 15 zł, ulgowy 10 zł, rodzinny (2+2) 45 zł, dzieci do 4 lat 1 zł; przewodnik po polsku 50 zł.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026