Märkte & Altstädte
Jelenia Góra (Hirschberg), Niederschlesien
Der Marktplatz von Hirschberg im Riesengebirge (Jelenia Góra), heute Plac Ratuszowy, ist das Herz der alten schlesischen Leinwandhändlerstadt: ein rechteckiger Ring mit Laubenhäusern, in der Mitte das barock-klassizistische Rathaus, daneben der Neptunbrunnen. Für viele Besucher aus Deutschland ist er der erste Halt im Riesengebirge – und der ideale Ausgangspunkt, um die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu Fuß zu entdecken.
Urkundlich erscheint Hirschberg 1281; die polnische Überlieferung verbindet die Gründung mit Herzog Boleslaus III. Schiefmund. Reich wurde die Stadt durch den Leinwandhandel: 1630 verlieh der Kaiser den Kaufleuten ein Exklusivprivileg für den Leinenhandel, und rund um den Markt entstanden stattliche Laubenhäuser.
Das heutige Rathaus entstand 1744–1749 nach Plänen von Christian Gottlieb Hedemann anstelle eines 1739 abgerissenen Vorgängers; die Uhr läuft seit 1750. Lateinische Inschriften erinnern an die Herzöge, die als Gründer und Förderer der Stadt gelten. Im Keller betrieb die Stadt einst einen Ratskeller als Einnahmequelle. Das Gebäude wurde 1924 umgebaut und 1957–1959 renoviert und ist bis heute Sitz der Stadtverwaltung.
Nach 1945 wurde Hirschberg polnisch; die deutschen Einwohner mussten die Stadt verlassen, und neue Bewohner aus ganz Polen zogen ein. 1971 begann der Abriss der meisten historischen Häuser am Markt und in der heutigen ul. Kopernika; nur sechs Fassaden blieben erhalten. Die Neubauten der 1970er-Jahre greifen die alte Form auf – der Platz wirkt historisch, ist aber in großen Teilen eine Nachkriegsrekonstruktion.
Der Platz ist rund um die Uhr frei zugänglich und eben, allerdings gepflastert. Das Rathaus ist Verwaltungssitz, kein Museum; Kirchen besichtigst du am besten außerhalb der Gottesdienste. Bezahlt wird in Złoty.
Von Görlitz bist du in gut einer Stunde in Hirschberg, von Dresden in etwa zwei bis zweieinhalb Stunden, von Berlin in rund vier Stunden. Vom Bahnhof gehst du etwa 20 Minuten zum Markt. In der Innenstadt gilt eine gebührenpflichtige Parkzone.
Ja – als stimmungsvoller Auftakt und Basis für Ausflüge. Setz dich im Sommer in eines der Cafés, deren Tische unter Sonnenschirmen auf dem Platz stehen. In wenigen Minuten erreichst du das Riesengebirgsmuseum mit seiner Glassammlung; Bad Warmbrunn (Cieplice), die Burgruine Kynast (Chojnik) und der Gebirgskamm sind nah.
Geprüft: Oktober 2026
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