Natur
Jelenia Góra (Hirschberg)
Am Fuß des Riesengebirges, auf rund 100 km², sind mehr als dreißig ehemalige Residenzen erhalten – von mittelalterlichen Burgen bis zu Schlössern des preußischen Adels und Königshauses aus dem 19. Jahrhundert. Das Tal der Schlösser und Gärten im Hirschberger Tal ist kein einzelnes Ziel, sondern eine ganze Kulturlandschaft, die 2011 zum Geschichtsdenkmal Polens erklärt wurde. Im 19. Jahrhundert kamen unter anderem Goethe, Chopin, Caspar David Friedrich, John Quincy Adams und Fürstin Izabela Czartoryska hierher.
Das Becken zwischen Isergebirge, Bober-Katzbach-Gebirge, Landeshuter Kamm (Rudawy Janowickie) und Riesengebirge wechselte oft den Herrscher – die Piasten von Schweidnitz-Jauer, die Habsburger und ab 1740 die Könige von Preußen. Im 19. Jahrhundert wurde es zu einer der beliebtesten Erholungsregionen. Die Familien Schaffgotsch, Radziwiłł, Czartoryski und Hohenzollern bauten hier Residenzen; zu den Planern gehörten Karl Friedrich Schinkel, Friedrich August Stüler und der Gartenkünstler Peter Joseph Lenné. Die Schlösser wurden so in Felder und Wälder eingebettet, dass die Berge Teil der Parkansichten wurden.
Nach 1945 wurden viele Gebäude geplündert und zu Staatsgütern, Schulen oder Wohnungen umfunktioniert, die Parks gingen an die Staatsforsten. Manche wurden erst durch neue Eigentümer gerettet. 2005 gründeten Besitzer mehrerer Schlösser die Stiftung Tal der Schlösser und Gärten, die Wegweiser aufstellte und sich um einen UNESCO-Eintrag bemüht; am 24. Oktober 2008 schuf der Verband der Riesengebirgsgemeinden den Kulturpark Hirschberger Tal.
Im Kulturpark liegen 20 Burgen und Schlösser, darunter:
In den 1990er-Jahren kaufte die Familie von Küster, die bis 1945 hier gelebt hatte, das Schloss Lomnitz von der Gemeinde zurück. Als Elisabeth von Küster zum ersten Mal kam, hatte das Haus kein einziges intaktes Fenster, Dach und Decken waren eingestürzt. Die Familie rettete das Schloss und das benachbarte Kleine Schloss, das Witwenhaus, und begann danach, die Gutsgebäude wiederherzustellen.
Es gibt weder ein gemeinsames Ticket noch einheitliche Öffnungszeiten: Manche Residenzen sind Hotels und Restaurants, andere Museen, einige nur von außen zu sehen. Wählen Sie zwei oder drei Ziele pro Tag und klären Sie den Zugang mit den Besitzern. Ein guter Einstieg sind zum Beispiel Lomnitz, Schildau und Fischbach – planen Sie dafür einen halben Tag ein. Am schönsten sind die Parks im Frühjahr und Herbst, wenn der Riesengebirgskamm durch die Bäume schimmert.
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