Paläste
Łomnica, Niederschlesien
Ein quadratisches, dreigeschossiges Schloss mit zwei Eckerkern steht an der Gabelung der Straßen nach Karpniki und Wojanów, etwa 5 km von Jelenia Góra (Hirschberg) entfernt. Anfang der 1990er-Jahre war es eine Ruine, heute gehört es zu den lebendigsten Anwesen im Tal der Schlösser und Gärten des Hirschberger Tals: mit Interieurmuseum, Hotel im „Witwenschloss“ und einem Gutshof voller Läden und Werkstätten. Den Wiederaufbau trugen Nachkommen der Familie, die hier bis 1945 lebte.
Von 1475 bis 1654 gehörte das Gut Lomnitz den Herren von Zedlitz, danach der Familie Tomagnini. Der frühbarocke Herrensitz mit Hauptbau und Eckerkern entstand in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und wurde in den 1720er-Jahren umgebaut — der Entwurf wird Martin Frantz zugeschrieben, dem Baumeister der Gnadenkirche in Hirschberg. Der schillerndste Besitzer war der Hirschberger Leinenhändler Christian Mentzel, ein Mäzen der Stadt, der den Bau der Gnadenkirche mitfinanzierte. Seine Familie hielt Lomnitz bis 1811 und ließ neben dem Schloss das klassizistische „Witwenschloss“ (1803–1804) für ein älteres Familienmitglied errichten.
1835 kaufte Carl Gustav von Küster das Gut. In den Jahren 1838–1844 baute der Schinkel-Schüler Albert Tollberg das Schloss um: Er setzte ein Geschoss auf, vergrößerte die Fenster und schuf ein monumentales Treppenhaus. Vom barocken Erscheinungsbild blieb vor allem die Fassade mit Portal und Balkon in der Mittelachse.
Nach 1945 übernahm der polnische Staat das Schloss; bis Ende der 1970er-Jahre war hier eine Schule, danach verfiel das leerstehende Gebäude. Anfang der 1990er-Jahre gründete Ulrich von Küster, Enkel des letzten Eigentümers, mit einem polnischen Partner eine Gesellschaft und kaufte die Ruine. 1995 erwarb er das Witwenschloss mit rund 10 ha Park und Wiesen hinzu, und schon 1996 öffneten Hotel und Restaurant. Heute führt er das Anwesen gemeinsam mit seiner Frau Elisabeth von Küster.
Für Gutshof und Park genügt eine Stunde, mit Museum sollten Sie 2–3 Stunden einplanen. Am meisten los ist bei den Festen auf dem Gutshof, etwa dem Leinenfest im Juli oder dem Erntedankfest im Oktober — die Termine veröffentlicht das Schloss. Die Öffnungszeiten des Museums erfragen Sie am besten vorab an der Rezeption (ul. Karpnicka 3). Lomnitz lässt sich gut mit den nahen Schlössern in Wojanów (Schildau) und Karpniki (Fischbach) verbinden.
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