Paläste
Bukowiec, Niederschlesien
Schloss Buchwald (polnisch Pałac w Bukowcu) ist das Herzstück eines der ersten Landschaftsparks in Niederschlesien. Ende des 18. Jahrhunderts ließ Graf Friedrich Wilhelm von Reden hier ein Renaissance-Herrenhaus zu einer klassizistischen Residenz umbauen und legte – inspiriert von seinen Englandreisen – ringsum einen romantischen Park mit Sichtachsen zum Riesengebirge, Teichen und Pavillons an. Heute ist das Schloss Sitz des Verbands der Riesengebirgsgemeinden und teilweise für Besucher geöffnet.
Buchwald wird erstmals um 1305 erwähnt; im 14.–16. Jahrhundert gehörte das Dorf den von Zedlitz. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstand ein Renaissance-Herrenhaus, das 1744 erweitert und mit einem Mansarddach versehen wurde. 1785 erwarb Friedrich Wilhelm von Reden, preußischer Minister für das schlesische Bergwesen, das Gut. Den Umbau zum repräsentativen Schloss übertrug er dem Berliner Architekten Martin Friedrich Rabe. Gleichzeitig wurden die Wirtschaftsgebäude abgerissen, die den Blick aufs Riesengebirge verstellten; die neuen hinter dem Schloss entwarf Carl Gottfried Geißler, ein Schüler von Langhans.
Nach dem Tod des Grafen 1815 führte seine Witwe Friederike von Reden das Gut weiter. Später ging Buchwald an ihre Verwandten aus der Familie von Rotenhan über, die bis 1945 Eigentümer blieben. Der letzte von ihnen, Friedrich von Rotenhan, versuchte das Gut unter Aufsicht des Provinzialkonservators Günther Grundmann zu restaurieren. Nach dem Krieg diente das Schloss unter anderem als Landwirtschaftsschule; 1986 wurde der Dachstuhl instand gesetzt.
Den Park gestaltete der von Reden nach Buchwald geholte Gärtner Hans Karl Walther. Er umfasst rund 120 ha und verbindet Teiche, Wiesen, alten Baumbestand und Sichtachsen mit Parkarchitekturen. Am bekanntesten sind das Teehaus auf einer Anhöhe an der Hauptsichtachse und die Abtei, eine künstliche Ruine, die als Grabstätte der Familie Reden gedacht war. Das ganze Gut wurde als englische „ornamented farm“ angelegt, in der Wirtschaft, Residenz und Landschaft eine Einheit bildeten.
Es kursieren Berichte über einen unterirdischen Gang zwischen dem Schloss und der alten Martinskirche. Laut dem Verband der Riesengebirgsgemeinden lassen sie sich heute nicht überprüfen, weil die meisten Keller mit Sand verfüllt sind. Buchwald gehört zum Tal der Schlösser und Gärten im Hirschberger Tal – Alleen verbanden einst die Parks mit den Nachbarsitzen Fischbach (Karpniki) und Erdmannsdorf (Mysłakowice).
Das Schloss wird als Bürogebäude genutzt, deshalb ist ein Besuch der Innenräume nicht immer möglich – informieren Sie sich vorab über die Besuchsregeln. Der Park lohnt sich auch für sich allein: Planen Sie 1,5–2 Stunden für einen Spaziergang vom Schloss an den Teichen entlang zum Teehaus ein, von dem man bei klarer Sicht den Riesengebirgskamm sieht. Gut kombinierbar mit den Schlössern Fischbach (Karpniki), Schildau (Wojanów) und Lomnitz (Łomnica).
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