Märkte & Altstädte
Nowy Sącz, Kleinpolen
Der Marktplatz (Rynek) in Nowy Sącz, früher deutsch Neu Sandez, ist das historische Zentrum der Stadt im Süden Polens und einer der größten Marktplätze des Landes – in Kleinpolen ist nur der Krakauer größer. In der Mitte steht ein prachtvolles, frisch renoviertes Rathaus mit Uhrturm, ringsum rund 30 historische Bürgerhäuser. Für Ausflüge in die Sandezer Beskiden ist der Platz der ideale Startpunkt – und die Besichtigung kostet nichts.
Nowy Sącz liegt im Karpatenvorland, rund 100 km südöstlich von Krakau (Kraków), dort wo Dunajec und Kamienica zusammenfließen. Von Krakau fährst du mit dem Auto, Bus oder Zug, auf der Straße etwa zwei Stunden. Wer aus Deutschland kommt, fliegt am bequemsten nach Krakau oder verbindet den Besuch mit einer Rundreise durch Südpolen; die Grenze zur Slowakei ist ebenfalls nicht weit. Viele kombinieren Nowy Sącz mit dem Kurort Krynica-Zdrój oder einer Floßfahrt auf dem Dunajec.
Gegründet wurde die Stadt am 8. November 1292 vom böhmischen König Wenzel II., der damals auch in Krakau herrschte – Nowy Sącz ist die einzige polnische Stadt, die ein böhmischer König gründete. Sie entstand an einem wichtigen Handelsweg von Ungarn nach Krakau, und schon die Gründungsurkunde legte den Platz fest.
Der Rynek ist ein Rechteck von etwa 160 × 120 m, fast 2 Hektar groß (manche Quellen nennen 150 × 120 m). Von jeder Seite gehen die Straßen symmetrisch ab – ein typisches mittelalterliches Schachbrettmuster. Im 17. Jahrhundert säumten rund 40 Häuser den Platz; nach mehreren Bränden stammen die heute etwa 30 Bürgerhäuser überwiegend aus dem 18. und 19. Jahrhundert. 1874 wurde der Platz mit Flusskieseln aus dem Dunajec gepflastert, nach dem Zweiten Weltkrieg diente er zeitweise sogar als Busbahnhof.
Das heutige Rathaus entstand 1895–1897 nach Plänen des Stadtarchitekten Jan Peroś. Sein Vorgänger, ein barockes Gebäude, war am 17. April 1894 zusammen mit den königlichen Stadtprivilegien einem Großbrand zum Opfer gefallen. Damals gehörte die Stadt zum österreichischen Galizien. Die eklektische Fassade krönt ein vierstöckiger Uhrturm; im Sitzungssaal findest du eine Kassettendecke im Stil der Neorenaissance und Wandbilder von Piotr Spitzmann-Karwosiecki aus dem Jahr 1911 mit Szenen der Stadtgeschichte.
Von 2024 bis 2026 wurde das Rathaus für rund 27 Mio. PLN saniert: Die Fassade erhielt ihre ursprünglichen Farben zurück, Dach, Fundamente und Innenräume wurden erneuert, erstmals gibt es einen Aufzug. Am 9. Mai 2026 wurde es wieder für die Öffentlichkeit geöffnet. Da hier die Stadtverwaltung sitzt, sind die Innenräume meist nur an Tagen der offenen Tür und bei Veranstaltungen zugänglich.
Der Marktplatz ist öffentlich, rund um die Uhr zugänglich und kostenlos (Stand: Oktober 2026). Für den Platz selbst reichen 30–60 Minuten, mit Basilika und Museen solltest du einen halben Tag einplanen. Parke am besten auf einem kostenpflichtigen Platz im Zentrum und erkunde die Altstadt zu Fuß. Bezahlt wird in Złoty (PLN).
Lohnt es sich? Wenn du ohnehin in die Berge südlich von Krakau fährst: ja. Der Platz ist entspannt, authentisch und ohne die Krakauer Touristenmassen – und das restaurierte Rathaus strahlt heute schöner als seit Jahrzehnten.
Eintritt frei
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Geprüft: Oktober 2026