Kirchen & Klöster
Stary Sącz, Kleinpolen
Das Klarissenkloster in Stary Sącz (Alt Sandez) ist die bedeutendste Sehenswürdigkeit im Sandezer Land in Kleinpolen, rund 100 Kilometer südöstlich von Krakau (Kraków). Die heilige Kinga, Herzogin und Witwe des Krakauer Herzogs Bolesław des Schamhaften, stiftete es 1280 und verbrachte hier ihre letzten Lebensjahre. Gotische Kirche, barocke Ausstattung, Kreuzgänge und Wehrmauern über dem alten Flussbett des Poprad machen den Ort zu einem lohnenden Ziel, auch abseits jeder Pilgerreise.
Die ersten Schwestern holte Kinga aus Skała bei Krakau. Mit dem Bau der Kirche begann man um 1285, geweiht wurde sie 1332. Lange bestanden die Klostergebäude aus Holz und wurden immer wieder Opfer von Bränden und Überfällen, auch durch die Tataren. Erst nach einer Anordnung von Bischof Bernard Maciejowski aus dem Jahr 1601 entstand ein gemauertes Kloster; die Arbeiten leitete der Krakauer Baumeister Jan di Simoni.
Nach einem Brand 1764 wurde die Anlage unter Franciszek Placidi umgebaut, von ihm stammt auch der barocke Dachreiter der Kirche. Am 16. Juni 1999 sprach Papst Johannes Paul II. Kinga bei einer Messe auf den Wiesen von Stary Sącz heilig – vor Hunderttausenden Pilgern. Seit Dezember 2018 ist die Altstadt samt Kloster als „Pomnik Historii“ (Geschichtsdenkmal) geschützt, die höchste nationale Denkmalkategorie Polens.
Die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit und der heiligen Klara hat ein fünfjochiges Langhaus und einen zweijochigen Chor. Den Eindruck bestimmt aber die barocke Ausstattung:
Im früheren Kapitelsaal, heute eine Kapelle, steht ein achteckiger gotischer „Palmenpfeiler“. Er ist nicht immer zugänglich.
Von außen wirkt das Kloster wie eine kleine Festung. Vier Flügel mit Kreuzgängen umschließen den Innenhof, dazu kommen Mauern aus dem 17. Jahrhundert und eine runde Bastei mit Schießscharten und Sgraffito-Schmuck. Du betrittst die Anlage durch einen Torturm aus dem 18. Jahrhundert auf mittelalterlichem Unterbau, gekrönt von einer Zwiebelhaube; daneben steht das Kaplanshaus von 1605. Im Giebel der Torfassade erkennst du Sgraffito-Figuren, darunter die heilige Klara, die heilige Kinga und den heiligen Franziskus.
Die Stadt empfiehlt den Blick auf die Befestigung von der Straße nach Nowy Sącz (Neu Sandez) und vom Sportplatz im Viertel Podmajerz. Abends wird die Anlage angestrahlt.
Die Klarissen leben in strenger Klausur. Zugänglich sind daher vor allem Kirche, Kinga-Kapelle und Hof. Es ist eine aktive Kirche: Komm außerhalb der Gottesdienste, sei leise und fotografiere keine Betenden. Informationen vor Ort gibt es überwiegend auf Polnisch. Neben der Kirche liegt das Dom Kingi (Kinga-Haus), ein kleines Klostermuseum mit Andenkenverkauf.
Für Kirche, Hof und einen Gang an den Mauern reicht etwa eine Stunde. Mit Marktplatz, Regionalmuseum und Papstaltar wird daraus ein halber Tag. Rund um den 24. Juli, den Gedenktag der heiligen Kinga, kommen große Pilgergruppen – dann ist es voll.
Stary Sącz liegt zwischen Dunajec und Poprad, etwa 8 Kilometer südlich von Nowy Sącz und rund 100 Kilometer von Krakau entfernt – mit dem Auto meist knapp zwei Stunden. Aus Deutschland bietet sich die Anreise über Krakau an, wohin es Flüge und Zugverbindungen gibt. Die Stadt hat einen Bahnhof, das Kloster liegt nahe dem Zentrum. Parken kannst du am Marktplatz oder auf dem kostenlosen Park-&-Ride-Platz in der ul. Pod Ogrodami.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026