Gärten
Złoty Potok, Schlesien
Im Park von Złoty Potok steht ein Gedenkstein mit einer Inschrift: Hier besuchte Jan Kiepura, später ein weltberühmter Tenor, den von Gräfin Stefania Raczyńska geführten Kindergarten. Ein guter Auftakt für einen Spaziergang durch den fast 40 Hektar großen Landschaftspark an der Wiercica, in dem das Raczyński-Schloss und das Herrenhaus stehen, in dem der Dichter Zygmunt Krasiński den Sommer 1857 verbrachte. Der Park ist von einer Mauer umgeben, und der Bach in seiner Mitte ist zu mehreren Teichen aufgestaut.
Mitte des 19. Jahrhunderts kaufte General Wincenty Krasiński das Gut und ließ 1856 an der Stelle eines älteren Herrenhauses, des sogenannten Zameczek („Schlösschen“), ein klassizistisches Schloss errichten. Das benachbarte Herrenhaus von 1829 bestimmte er für seinen Sohn. Zygmunt Krasiński, einer der großen polnischen Dichter der Romantik, verbrachte hier den Sommer 1857, benannte einige der umliegenden Felsen und gab dem Teich vor dem Schloss den Namen Irydion — nach einem seiner Dramen. Nach seinem Tod erbte seine Tochter Maria das Gut, die 1877 Graf Edward Raczyński heiratete.
Seine heutige Gestalt verdankt der Park Franciszek Szanior, einem Absolventen einer Pariser Gartenbauschule und Schöpfer von Parks in Warschau und unterhalb des Klosters Jasna Góra, den Graf Karol Raczyński beauftragte. In seiner Blütezeit rauschte an der Wiercica eine künstliche Kaskade mit romantischer Brücke, von Westen führte eine Hauptallee zum Schloss, und hinter dem Torhaus standen eine Orangerie und ein kleines Elektrizitätswerk. Weitere Wege führten nach Süden zur Kirche und nach Osten zum Forsthaus Bukówka.
Die Raczyńskis lebten hier bis 1939, als die deutschen Besatzer sie zum Verlassen zwangen. Nach dem Krieg wurde das Gut verstaatlicht, und im Schloss war viele Jahre lang eine Schule untergebracht.
Das Schloss ist in schlechtem baulichem Zustand und nicht zu besichtigen, der Park aber ist frei zugänglich, und das Gebäude wirkt ohnehin am besten von außen, über den Teich Irydion hinweg. Für einen Parkspaziergang genügt etwa eine Stunde, mit dem Museum im Herrenhaus zwei. Złoty Potok gehört zur Gemeinde Janów im Kreis Częstochowa und liegt im Krakau-Tschenstochauer Jura; vom Park aus können Sie weiter durch das Wiercica-Tal zum Naturschutzgebiet „Parkowe“ mit den Felsen Twardowski-Tor und Teufelsbrücken wandern.
Eintritt frei
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