Seen & Gewässer
Złoty Potok, Schlesien
Der kleine Teich am Quelllauf der Wiercica hat zwei Namen: einen schlichten, Grüner Teich (Staw Zielony), und einen poetischen, „Ein Sommernachtstraum“. Den zweiten soll laut örtlicher Überlieferung der Romantiker Zygmunt Krasiński erfunden haben, der im Sommer 1857 Felsen, Quellen und Teiche rund um Złoty Potok benannte. Der Damm, der das Wasser aufstaut, trieb über zweihundert Jahre lang die hölzerne Mühle Kołaczew an, und ringsum liegt das Naturschutzgebiet Parkowe mit einer Höhle, in der Krasiński Knochen prähistorischer Tiere fand.
Der Grüne Teich ist ein kleiner Stausee; sein Damm lieferte das Gefälle, das das Mühlrad antrieb. Die Mühle Kołaczew wird erstmals 1473 erwähnt, das heutige Holzgebäude stammt von 1807. An der Wiercica bei Złoty Potok arbeiteten einst sechs Wassermühlen, nur diese ist erhalten. In den 1950er-Jahren wurde das Wasserrad entfernt und die Maschinen auf Strom umgestellt.
Im 19. Jahrhundert gehörte das Gut den Krasińskis, ab 1881 den Raczyńskis. Graf Edward Raczyński gründete damals an den Quellen der Wiercica eine der ersten Forellenzuchten Europas, entworfen von Michał Girdwoyń. Die Zuchtteiche ziehen sich bis heute unterhalb der Quellen hin, der Grüne Teich liegt direkt dahinter. Krasiński hielt sich von Mai bis zum 20. September 1857 in Złoty Potok auf, ihm werden viele Ortsnamen zugeschrieben, darunter der Teich Irydion vor dem Schloss.
Ein Hinweis für Genaue: In manchen Quellen sind Grüner Teich und „Sommernachtstraum“ dasselbe Gewässer, in anderen stehen beide Namen getrennt in der Liste der Teiche. Vor Ort zählt der Orientierungspunkt: Der Teich liegt an der Mühle Kołaczew und der Woiwodschaftsstraße 793, etwa 1,5 km südwestlich der Ortsmitte.
Das Naturschutzgebiet Parkowe wurde am 3. September 1957 gegründet und umfasst seit 2011 234,13 ha. Es liegt im Landschaftspark Adlerhorste und im Natura-2000-Gebiet „Ostoja Złotopotocka“. In derselben Gegend fiel am 3. September 1939 Major Jan Wrzosek, Olympiateilnehmer im Sportschießen und Träger des Virtuti Militari: Als Kommandeur des III. Bataillons des 74. Infanterieregiments starb er, als er mit einem Panzerabwehrgewehr auf einen deutschen Panzer feuerte.
Parken Sie an der Mühle Kołaczew; einen Parkplatz gibt es auch im Zentrum von Złoty Potok. Teich und Quellen sind frei zugänglich, eine Runde mit Schloss, Forellenzucht, Teich und Quellen dauert zu Fuß 2 bis 3 Stunden. Den Besuch der Bärenhöhle müssen Sie mit der Regionaldirektion für Umweltschutz in Katowice abstimmen. Durch das Tal führt der rot markierte Adlerhorst-Weg, und nach dem Spaziergang lohnt sich eine Forelle aus der örtlichen Zucht.
Eintritt frei
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