Denkmäler
Sucha Beskidzka, Kleinpolen
Über dem Eingang hängt ein gemaltes Pferd – genau wie das Wirtshausschild in Adam Mickiewiczs Ballade „Pani Twardowska“. Das Gasthaus „Rzym“ (Karczma „Rzym“, wörtlich „Rom“) in Sucha Beskidzka ist eine hölzerne Schenke aus dem 18. Jahrhundert, die die Ostseite des Marktplatzes abschließt, und eines der wertvollsten Beispiele historischer Holzarchitektur in Kleinpolen. Das Beste daran: Sie ist bis heute in Betrieb, in den historischen Stuben kann man zu Mittag essen.
Das Gasthaus entstand im 18. Jahrhundert mit Zustimmung der damaligen Stadtherren, der Familie Wielopolski; das Restaurant selbst nennt das Jahr um 1750, andere Darstellungen den Beginn des Jahrhunderts. Es stand an einer Straßenkreuzung, an der nach Verleihung des Marktrechts Jahrmärkte stattfanden – erst später wurde daraus ein städtischer Marktplatz. Hier besiegelten Händler ihre Geschäfte, Reisende stellten ihre Wagen in der früheren Durchfahrtsdiele ab.
Im Zweiten Weltkrieg wurden die Fassaden verputzt, die Rückseite geweißt und das Dach mit Teerpappe gedeckt. Das ursprüngliche Aussehen kehrte erst mit einer umfassenden Restaurierung Ende der 1960er-Jahre durch die Krakauer Denkmalpflegewerkstatt zurück. Damals erhielt das Gebäude auch seinen heutigen Namen, eine Anspielung auf die Twardowski-Legende. Das Gasthaus steht unter Denkmalschutz und liegt an der Route der Holzarchitektur Kleinpolens.
In Mickiewiczs Ballade holt der Teufel die Seele des Edelmanns Twardowski, der sie ihm verkauft hatte, ausgerechnet in einer Schenke namens „Rzym“. Die örtliche Überlieferung sieht im Gasthaus von Sucha das Vorbild, und die Website der Stadt zitiert die Verse über das Wirtshausschild – ein auf Leinwand gemaltes Pferd. Einen echten Beweis für den Bezug gibt es nicht, doch die Legende gehört zum Reiz des Ortes.
Adresse: Rynek 1, Sucha Beskidzka, Tel. +48 33 874 27 97 (Stand Oktober 2026). Das Gasthaus ist ein Restaurant mit altpolnischer und regionaler Küche und rund 180 Plätzen; auf der Karte stehen u. a. Żurek nach Stryszawa-Art (saure Mehlsuppe) und die „Twardowski-Spezialität“. Der Eintritt ist frei, bezahlt wird nur das Essen. Öffnungszeiten veröffentlicht das Restaurant nicht – rufen Sie daher vorher an, besonders außerhalb der Saison. Wegen des Denkmalschutzes gibt es im Gebäude keine barrierefreie Toilette; eine solche befindet sich rund 50 m entfernt an der Einfahrt zum Gemeindeparkplatz neben dem Gasthaus.
Von Krakau sind es rund 70 km (über Kalwaria Zebrzydowska und Wadowice), von Katowice etwa 120 km; Sucha hat auch einen Bahnhof. Wenige Gehminuten entfernt steht das Renaissanceschloss, das „Kleiner Wawel“ genannt wird, und Maków Podhalański liegt 6–7 km weiter. Für ein Mittagessen im Gasthaus und einen Spaziergang zum Schloss sollten Sie 2–3 Stunden einplanen.
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