Natur
Olsztyn, Schlesien
Die beiden kahlen Kalkhügel bei Olsztyn sehen aus, als hätte jemand weiße Warenballen ins Gras gestapelt, und einer Deutung zufolge stammt genau daher ihr Name (towar heißt auf Polnisch Ware). In den Góry Towarne liegt eine Höhle, in der Knochen von Höhlenbären und Spuren urzeitlicher Menschen gefunden wurden. Geologen verweisen auf etwas noch Selteneres: vom Gletscher geschliffene Felsen, wie man sie in Polen außerhalb der Tatra und der Sudeten nur selten sieht.
Die Góry Towarne sind ein Doppelhügel beim Dorf Kusięta in der Gemeinde Olsztyn, etwa 2 km nördlich von Olsztyn. Beide Kuppen, Góry Towarne Duże (die Großen) und Góry Towarne Małe (die Kleinen), sind 343 m hoch. Sie bestehen aus oberjurassischem Kalk, rund 150 Millionen Jahre alt. Im warmen, flachen Meer entstanden damals Bioherme, riffartige Bauten, die nicht von Korallen, sondern von Schwämmen, Cyanobakterien und Bakterien errichtet wurden. Daraus wurde ein massiger, ungeschichteter Kalk, der der Erosion widersteht. Als im Tertiär die weicheren Plattenkalke ringsum abgetragen wurden, blieb das harte Gestein als Felsen stehen.
Besonders spannend für Geologen sind Spuren der Gletschererosion: Felsen, die das Eis zu Rundhöckern abgeschliffen hat, also zu glatten, gerundeten Buckeln wie dem auf den Góry Towarne Duże. Das Polnische Geologische Institut führt die Hügel im Zentralen Geotop-Register. Für den Namen gibt es zwei Erklärungen: übereinandergestapelte Felsen wie Warenrollen oder die Towarowa-Straße, die aus Olsztyn hinausführt.
In den Góry Towarne Duże gibt es mehrere Höhlen und Felsdächer. Die größte, die Jaskinia Towarna, auch Bärenhöhle genannt, ist etwa 170 m lang. In der Zwischenkriegszeit fand man darin Knochen von Höhlenbären und Spuren urzeitlicher Menschen. Höhlenforscher entdeckten später, dass die benachbarte Höhle Dzwonnica über einen engen Spalt mit ihr verbunden ist, und beide bilden heute das Towarne-Höhlensystem. Der große Eingang liegt am Westfuß des Felsens Grota. Dazu kommen die Höhlen Cabanowa und Kopana sowie Felsdächer auf beiden Hügeln. Sie sind ein Ziel für Höhlenforscher, keine Schauhöhlen, ohne Ausrüstung und Erfahrung bleiben Sie besser draußen.
Beide Hügel sind als ökologisches Schutzgebiet ausgewiesen und liegen im Natura-2000-Gebiet „Ostoja Olsztyńsko-Mirowska“. Felsen und Rasen stehen unter Schutz, bleiben Sie daher auf den Trampelpfaden.
Eintritt frei
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