Burgen
Olsztyn, Schlesien
Ein weißer Rundturm, der aus einem Kalkfelsen wächst, gehört zu den bekanntesten Silhouetten am Adlerhorst-Weg. Die Ruine der Burg Olsztyn bei Częstochowa (Tschenstochau) erzählt von einem Woiwoden, der hier verhungern musste, von einer dramatischen Verteidigung 1587 und — darunter — von einer Höhle, in der Neandertaler Hunderte Feuersteinwerkzeuge zurückließen. Seit April 2024 sind die Mauern nach Sicherungsarbeiten wieder für Besucher geöffnet.
Die erste Erwähnung der Burg, damals Burg in Przemiłowice genannt, stammt von 1306 aus den Akten des Prozesses gegen den Krakauer Bischof Jan Muskata. Das Dokument betrifft allerdings Ereignisse von 1294, und Untersuchungen von 2010 bestätigten, dass hier schon im 13. Jahrhundert ein Wachturm stand. Kasimir der Große baute ihn zu einer der stärksten Festungen an der Grenze zwischen Schlesien und Kleinpolen aus. Der Überlieferung nach starb hier Maćko Borkowic, Woiwode von Posen, den Hungertod als Strafe für eine Verschwörung gegen den König — lokale Sagen behaupten, sein Stöhnen und Kettenrasseln sei bis heute zu hören.
1370 gab Ludwig von Ungarn Olsztyn Władysław von Oppeln als Lehen, 1391 eroberte Spytek von Melsztyn die Burg nach einwöchiger Belagerung für die Krone zurück. Im 15. Jahrhundert entstand die Unterburg, 1545 weilte König Sigismund II. August hier.
1587 belagerten die Truppen Erzherzog Maximilians von Habsburg, eines Thronanwärters in Polen, die Burg. Der Befehlshaber der Verteidigung, Starost Kasper Karliński, sah vor den Mauern seinen eigenen kleinen Sohn, der entführt und in die Schusslinie gestellt worden war. Die Verteidigung gelang, kostete aber das Leben des Kindes; die Geschichte verarbeiteten später Władysław Syrokomla und Aleksander Fredro. Im Oktober 1655 eroberten und verwüsteten die Schweden auf ihrem Weg nach Tschenstochau die Festung, die nie wieder aufgebaut wurde. Steine aus ihren Mauern dienten unter anderem dem Bau der Pfarrkirche 1722–1726.
Der Eintritt in die Ruine ist kostenpflichtig; aktuelle Preise und Öffnungszeiten finden Sie vor der Reise auf zamekolsztyn.pl. Planen Sie für Burg und Rundgang über den Hügel etwa anderthalb Stunden ein, und wenn Sie mehr Zeit haben, gehen Sie weiter zum nahen Biakło-Hügel oder ins Naturreservat Sokole Góry. Der Hügel ist felsig, bequeme Schuhe sind also hilfreich, mit Kindern bleiben Sie besser auf den markierten Wegen. Das schönste Licht für Fotos des Bergfrieds gibt es am späten Nachmittag, nach Częstochowa sind es nur rund 10 km.
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