Burgen
Ein weißer Kalksteinfels mit rundem Bergfried und quadratischem Staroscie-Turm bildet eine der markantesten Silhouetten des Adlernest-Wegs. Die Ruine der Burg Olsztyn thront über einem Dorf bei Tschenstochau, und ein Aussichtspfad führt über Felsen an erhaltenen Wohnmauern vorbei zum Gipfel.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg 1306; Untersuchungen von 2010 bestätigten, dass hier schon Ende des 13. Jahrhunderts eine Wachburg stand. Im 14. Jahrhundert baute Kasimir der Große sie zu einer der stärksten Festungen an der schlesisch-kleinpolnischen Grenze aus. Der Überlieferung nach saß hier Maciej Borkowic, Woiwode von Posen, der wegen einer Verschwörung gegen den König zum Hungertod verurteilt wurde.
1391 eroberte Spytek von Melsztyn die Burg nach einwöchiger Belagerung für die Krone zurück. Die Verteidigung von 1587 wurde zur Legende: Starost Kasper Karlinski wehrte die Truppen Erzherzog Maximilians von Habsburg ab und bezahlte dafür mit dem Leben seines entführten Sohnes. Die Schwedische Sintflut brachte das endgültige Ende — 1655 erstürmten und verwüsteten die Schweden die Festung, die nie wieder aufgebaut wurde. Die Ruine diente später als Steinbruch, unter anderem für die Pfarrkirche von 1722–1726.
Der Aufstieg zum Gipfel mit Panorama über die Jura dauert etwa eine Stunde; der Fels zählt zu den beliebtesten Klettergebieten des Krakau-Tschenstochauer Jura. 2019 wurden an der Unterburg mehrere hunderte steinerne Werkzeuge der Neandertaler entdeckt — schon lange vor der ersten Burg hielt man sich hier auf.
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