Kirchen & Klöster
Szałsza
Die Kirche in Szałsza steht direkt an der Landesstraße 78 zwischen Tarnowskie Góry und Gliwice – und ist trotzdem leicht zu übersehen, denn Bäume verdecken die Holzkirche und das benachbarte Herrenhaus. Der Abstecher lohnt sich: In der schindelgedeckten Kirche Mariä Geburt hängt ein gotisches Bild der Muttergottes mit Kind inmitten der zwölf Apostel aus dem 15. Jahrhundert, und im Park nebenan steht ein rotes Backsteinschloss im Tudorstil.
Szałsza (Schalscha) wird 1425 erstmals erwähnt. Eine erste Kirche oder Kapelle entstand wohl um 1460, worauf das Alter des Hochaltars hindeutet. Die Datierung des heutigen Baus schwankt: Die Pfarrei nennt die Mitte des 17. Jahrhunderts, andere Quellen das Jahr 1554 für den Hauptbau und die Zeit nach 1571 für den Turm. Sicher ist, dass die Kirche in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, bis 1655, evangelisch war.
1715 wurde sie renoviert und neu eingedeckt. 1784 zerstörte sie ein Sturm, ein Zimmermann namens Kycia baute sie wieder auf. Ende des 19. Jahrhunderts kam eine Sakristei hinzu; 1968 vernichtete ein Brand einen großen Teil der Kirche, doch die Gemeinde stellte ihre frühere Gestalt wieder her. Die letzten Restaurierungsarbeiten fanden 2008–2010 statt. Seit 1930 ist sie Filialkirche der Pfarrei St. Johannes der Täufer in Gliwice-Żerniki.
Ganz früh am Ostermontag ziehen die Männer des Dorfes mit dem Priester in einer Prozession „za Panem Bogiem“ („dem Herrn hinterher“) auf die umliegenden Felder und beten um eine gute Ernte – ein heute selten gewordener Brauch. Das benachbarte Herrenhaus ließ 1781 Anna von Winter errichten; ab 1832 gehörte es der Familie von Gröling, die es 1877 im Tudorstil umbaute. Ihre Familiengruft liegt auf dem Kirchhof.
Die Kirche steht in der ul. Kościelna in Szałsza (Gemeinde Zbrosławice, Kreis Tarnowskie Góry). Laut Website der Pfarrei findet hier sonntags um 10:15 Uhr eine Messe statt – die sicherste Gelegenheit, den Innenraum zu sehen; das Patronatsfest ist am 8. September. Für Kirche, Kirchhof und einen Spaziergang zum Herrenhaus genügen 30–45 Minuten. Im Schlosspark wachsen drei geschützte Stieleichen mit 412–440 cm Stammumfang; das Herrenhaus selbst ist ein eigenständiges Objekt mit eigenen Zugangsregeln.
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