Museen
Gleiwitz, Schlesien
Trotz seines Namens war das Piastenschloss nie eine Herzogsresidenz. Das Gebäude in der Straße Pod Murami in Gliwice ging aus zwei mittelalterlichen Stadtmauertürmen hervor, diente jahrhundertelang als Zeughaus, Gefängnis und Gutshof und beherbergt heute eine Abteilung des Museums Gliwice – mit einer Ausstellung zur Stadtgeschichte und einer überraschenden Sammlung japanischer Rüstungen.
Der Bau entstand Mitte des 14. Jahrhunderts zusammen mit der Stadtmauer als zwei quadratische Türme, verbunden durch eine Mauer und eine hölzerne Galerie. 1558–1561 ließ der Pächter der Stadt Friedrich von Zettritz zwischen den Türmen ein zweigeschossiges Haus errichten – daher der alte Name Zettritzhof, der bis 1945 gebräuchlich war. Vom 16. Jahrhundert bis in die 1920er-Jahre diente das Gebäude vor allem als Gefängnis.
Nach dem Krieg sprach man vom „Schlösschen“, den Namen Piastenschloss erhielt es 1983. Die eigentliche Herzogsburg stand vermutlich an anderer Stelle, nahe dem Ratiborer Tor, und war 1430–1431 Sitz des Hussitenführers Sigismund Korybut. Seit 1959 gehört das Gebäude zum Museum, 2005–2008 wurde es umfassend saniert.
Auf dem Platz nebenan steht ein Denkmal für König Stephan Báthory, 2014 ein Geschenk der ungarischen Stadt Salgótarján.
Geöffnet ist dienstags bis sonntags (Di und Fr 11:00–16:00, Mi–Do 11:00–18:00, Sa–So 10:00–17:00 Uhr). Ein Normalticket kostet 20 PLN, ermäßigt 10 PLN; für 40 PLN gibt es ein 10-Tage-Ticket für alle Abteilungen des Museums, auch für den Sender Gleiwitz. Rund eine Stunde genügt. Das Schloss steht an der alten Stadtmauer, wenige Minuten vom Marktplatz entfernt.
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