Technikdenkmäler
111,1 m hoch, gebaut aus Lärchenholz und verbunden mit mehr als 16.000 Messingschrauben — ohne einen einzigen Stahlnagel: Der Gleiwitzer Sendeturm, in nur fünf Monaten im Jahr 1935 montiert, ist das höchste vollständig aus Holz errichtete Bauwerk Europas. Seinen Platz in der Geschichte verdankt er jedoch etwas anderem: dem Abend des 31. August 1939.
An diesem Abend inszenierten die Deutschen auf dem Sendergelände einen Überfall — der Gleiwitz-Fall diente als Vorwand für den Angriff auf Polen am folgenden Tag. Der Sender arbeitete bis zum 22. Januar 1945, und von 1950 bis 1956 wurde von hier aus der Rundfunk ausländischer Sender gestört, darunter Radio Free Europe.
Die Konstruktion mit einem quadratischen Sockel von 20 × 20 m ruht auf vier Betonfundamenten von je 87 Tonnen. Im Inneren führt eine Leiter mit 365 Sprossen nach oben, die Plattform an der Spitze misst nur 2,13 × 2,13 m.
Im Sendergebäude zeigt ein Museum Geräte aus dem Jahr 1934 von Lorenz, Telefunken und Siemens & Halske. Der 12-Kilowatt-Sender von Lorenz wurde 1963 ins Technikmuseum Warschau gebracht und kehrte 2013 an seinen alten Platz zurück. Das gesamte 3 Hektar große Gelände, ein Denkmal von historischer Bedeutung, ist heute ein öffentlich zugänglicher Park an der Tarnogórska-Straße — die Besichtigungsbedingungen prüfen Sie auf der Website des Museums in Gliwice.
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