Festungen
Grudziądz, Kujawien-Pommern
Auf dem höchsten Punkt der Weichselböschung, 60 Meter über dem Fluss, errichteten die Preußen eine Festung, die Napoleons Armee nie einnehmen konnte. Die Zitadelle in Grudziądz (dt. Graudenz) ist das Herzstück der Festung Graudenz – eines Rings von Forts rund um die Stadt – und bis heute militärisches Gelände. Gerade deshalb ist sie so gut erhalten: Bastionen, Ravelins, ein trockener Graben und kilometerlange unterirdische Gänge wirken, als sei die Garnison erst vor Kurzem abgezogen.
Nach der Ersten Teilung Polens kam Graudenz an Preußen, und König Friedrich II. brauchte eine Festung zum Schutz der unteren Weichsel und der Verbindungen zwischen Pommern und Ostpreußen. Der Bau begann am 6. Juni 1776 auf einem Plateau rund 1,5 km nördlich des Zentrums; als Planer gilt Paul von Gontzenbach, der König korrigierte die Entwürfe persönlich. In Spitzenzeiten arbeiteten fast 7000 Menschen auf der Baustelle. Als die Ziegel knapp wurden, riss man die Deutschordensburgen in Graudenz und Roggenhausen (Rogóźno) ab; insgesamt wurden etwa 11 Millionen Ziegel verbaut. 1789 war die Festung fertig – zu fast doppelt so hohen Kosten wie veranschlagt.
Das berühmteste Kapitel spielte sich 1806–1807 ab. Gouverneur Guillaume de l'Homme de Courbière verteidigte die Zitadelle gegen französische, hessische und polnische Truppen, obwohl viele Polen aus seiner eigenen Besatzung zu den Belagerern überliefen. Zum Generalsturm kam es nicht mehr – ihn verhinderte der Waffenstillstand vor dem Frieden von Tilsit. Graudenz gehörte zu den wenigen preußischen Festungen, die Napoleons Armee nicht erobern konnte; lange hieß sie daher Feste Courbière.
Erhalten ist das Donjon (Kernwerk) mit vollständigem Wallring, Kasematten und beiden Toren. Auf dem Hof fallen das zweigeschossige Große Magazin und die klassizistische Kommandantur auf. Alle fünf Bastionen und vier Ravelins sind noch vorhanden, ebenso die Konterskarpengalerie und die Minengänge – von über 56 geplanten Kilometern wurden nur rund 1,2 km ausgeführt. In den ungenutzten Gängen überwintern etwa tausend Fledermäuse. Zwischen den Straßen Czwartaków, Saperów und Jagiełły liegt zudem das Hornwerk, ein 1788–1789 errichtetes Außenwerk Richtung Stadt.
Die Zitadelle ist ein aktives Militärgelände – spontan hineingehen können Sie nicht. In der Saison bietet der Verein RAWELIN Führungen an, u. a. samstags von Mai bis September um 11:00 Uhr; dazu kommen gelegentliche Tage der offenen Tür, etwa am 3. Mai und 11. November. Am Tor werden Ausweise kontrolliert, seit 2025 gilt auf dem Militärgelände ein Fotografierverbot, und für ausländische Besucher sind die Regeln sehr streng – klären Sie Termine, Gebühren und Voraussetzungen vorab mit RAWELIN. Planen Sie etwa 2–2,5 Stunden ein und nehmen Sie eine Taschenlampe und festes Schuhwerk mit, denn die Gänge sind dunkel und uneben. Die äußeren Forts, etwa Fort Wielka Księża Góra oder Fort Tarpno, sehen Sie ohne Formalitäten entlang des Wander- und Radwegs rund um die Stadt.
Obiekt wojskowy: sezon 2026 (1.04–11.11) wyłącznie z przewodnikiem; wycieczki „Zdobywca Cytadeli” w soboty 9.05–26.09 (wejście 11:00), poza tym zwiedzanie na zamówienie z rezerwacją min. 5 dni roboczych.
Opłata logistyczna 25 zł (osoby pracujące) lub 20 zł (pozostałe); zwiedzanie na zamówienie w innym terminie dodatkowo 300 zł/grupa za przewodnika.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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