Burgen
Eine mächtige Ordensburg über der Weichsel, ab 1290 in fast vierzig Jahren Bauzeit errichtet. Sie zählt zu den am besten erhaltenen Burgen des Deutschen Ordens in Polen — heute beherbergt sie ein Hotel und ein Museum und ist Bühne einer der bekanntesten historischen Rekonstruktionen Pommerellens.
Gniew war die erste Ordensburg am linken Weichselufer. Vier Flügel umschließen einen quadratischen Hof, gesichert von drei Ecktürmchen und einem massiven Hauptturm. 1410 nahmen polnische Truppen die Burg ein, doch sie fiel zunächst an den Orden zurück und kapitulierte erst am 1. Januar 1464 vor dem königlichen Heer. Mit dem Zweiten Thorner Frieden von 1466 kam sie endgültig an Polen und wurde Sitz der Starosten.
Im 17. Jahrhundert hatte Jan Sobieski, der spätere König von Polen, die Starostei Gniew inne. Für seine Frau Maria Kazimiera errichtete er am Fuße der Burg ein barockes Palais — deshalb nennt man Gniew oft die Sobieski-Burg.
Nach der Teilung von 1772 nutzten die Preußen die Innenräume als Speicher, 1921 zerstörte ein Brand weite Teile der Burg, und von 1968 bis 1974 wurde sie wiederaufgebaut. Ein weniger bekanntes Kapitel ist die Zeit nach 1939, als die deutschen Behörden hier ein Gefängnis für Polen einrichteten. Seit 2010 gehört die Burg Polmlek, und die historischen Kammern dienen heute als Hotelzimmer.
Am lebhaftesten ist es im August: Seit 2001 wird hier jährlich die Schlacht von 1626 zwischen Gustav Adolf und Sigismund III. nachgestellt. In der Saison gibt es außerdem Ritterturniere und das Festival der mittelalterlichen Kultur. Planen Sie 1,5–2 Stunden für den Rundgang ein und prüfen Sie im Sommer vorher den Veranstaltungskalender.
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