Denkmäler
Elbing, Ermland-Masuren
Das Markttor in Elbing (Elbląg), polnisch Brama Targowa, ist das einzige erhaltene Tor der mittelalterlichen Stadtmauer und das Wahrzeichen der Altstadt. Der 26 Meter hohe gotische Backsteinturm mit Uhr schließt die Hauptstraße Stary Rynek nach Norden ab. Davor steht das Denkmal des Bäckerjungen, der der Sage nach die Stadt vor dem Deutschen Orden rettete. In der Sommersaison kannst du hinaufsteigen und vom obersten Geschoss über die wiederaufgebaute Altstadt schauen.
Elbing liegt rund 60 km südöstlich von Danzig (Gdańsk) an der Schnellstraße S7, aus Berlin sind es etwa 550 km. Mit der Bahn erreichst du die Stadt über Danzig oder Marienburg (Malbork). Das Markttor steht am Nordende der Straße Stary Rynek, gut eine Viertelstunde zu Fuß vom Bahnhof – ein idealer Startpunkt für den Altstadtrundgang.
Der untere Teil des Tores entstand Anfang des 14. Jahrhunderts – die Angaben gehen auseinander: 1319 oder 1314. Damals war der Bau etwa 13 Meter hoch. In den Jahren 1420–1430 wurde er auf die heutigen 26 Meter aufgestockt; innen gibt es sieben Geschosse und 138 Stufen.
1639 stiftete der Kaufmann Isaak Spiering eine Uhr, 1755 erhielt der Turm eine barocke Haube und eine Aussichtsterrasse. Als man das Tor 1805 abreißen wollte, setzten sich die Elbinger Bürger für seinen Erhalt ein – vor allem wegen der öffentlichen Uhr. 1945 wurde es schwer beschädigt und schon 1948–1949 in mittelalterlicher Form mit Walmdach wiederaufgebaut. Die heutige Uhr schenkte im Jahr 2000 Ortwin Runde, ehemaliger Erster Bürgermeister von Hamburg – eine schöne Geste zwischen der deutschen Vergangenheit und der polnischen Gegenwart der Stadt. 2006 folgte eine gründliche Sanierung mit EU-Mitteln.
Der Legende nach versuchten Ordenstruppen 1521 (am 8. März) einen nächtlichen Überfall auf Elbing – in jener Zeit, als die Stadt zur polnischen Krone gehörte und der Orden gegen Polen Krieg führte. Ein junger Bäckergeselle bemerkte die Angreifer und kappte im letzten Moment mit seinem hölzernen Brotschieber das Seil, das das Fallgitter hielt. Das Gitter sauste herab, die Stadt war gerettet. Ob es sich so zugetragen hat, ist unter Historikern umstritten, doch die Geschichte lebt: Auf der Nordseite des Tores findest du Abdrücke in Form des Schiebers.
Das Bronzedenkmal des Jungen mit seiner Schaufel ist der beliebteste Fotopunkt der Altstadt. In den umliegenden Gassen sind zudem über ein Dutzend kleine Bäckerjungen-Figuren versteckt – eine Schatzsuche für Kinder.
Laut städtischem Führer (2025) ist das Tor in der Sommersaison geöffnet, der Eintritt frei; im obersten Stock gibt es einen Aussichtspunkt. Offizielle Öffnungszeiten für 2026 sind nicht veröffentlicht, ältere Angaben wie „täglich 10–18 Uhr“ sind nicht belegt.
Stand: Oktober 2026 – im Winter 2026/27 solltest du nicht mit einer Innenbesichtigung rechnen. Frag vorab bei der Touristeninformation in der ul. Stary Rynek 25 nach (Tel. +48 55 239 33 77). Von außen ist das Tor jederzeit zu sehen und abends beleuchtet. Die schmale Treppe ist nicht barrierefrei. Einen höheren Rundblick bietet von Mai bis September die Turmterrasse der Nikolaikirche, rund 300 Meter entfernt.
Als Teil des Altstadtrundgangs auf jeden Fall: Für Tor und Denkmal genügen 15 Minuten, mit Aufstieg etwa eine halbe Stunde. Weiter geht es über die Stary Rynek zur Nikolaikirche, zum Kirchensteig, zur Galeria EL in der früheren Marienkirche und zum Archäologisch-Historischen Museum am Elbingfluss.
Eintritt frei
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Geprüft: Oktober 2026