Märkte & Altstädte
Elbing, Ermland-Masuren
Die Altstadt von Elbing (Elbląg) ist eine der ungewöhnlichsten Altstädte Polens: Auf den ersten Blick wirkt sie mittelalterlich, doch die meisten Giebelhäuser sind keine 40 Jahre alt. Nach der Zerstörung 1945 entschied man sich weder für eine originalgetreue Rekonstruktion wie in Danzig noch für Plattenbauten. Neue Häuser entstanden auf den alten Parzellen und Kellern und greifen die historischen Fassaden frei auf. Ein Spaziergang vom Markttor zur Nikolaikirche ist der beste Einstieg in die Stadt – und für viele Besucher aus Deutschland eine Begegnung mit einem Stück gemeinsamer Geschichte.
Der Deutsche Orden gründete Elbing 1237, schon 1246 erhielt die Stadt lübisches Recht; Siedler kamen vor allem aus Lübeck. Elbing wurde neben Danzig und Thorn zu einer der führenden Hansestädte im Osten. 1454 schloss sich die Stadt dem Preußischen Bund an, die Bürger zerstörten die Ordensburg, und mit dem Zweiten Thorner Frieden 1466 kam Elbing unter die polnische Krone (Königlich Preußen). 1535 wurde das Elbinger Gymnasium gegründet. Mit der Ersten Teilung Polens fiel die Stadt 1772 an Preußen; im 19. Jahrhundert machten sie die Schichau-Werke zu einem Industriezentrum.
Bis zum Zweiten Weltkrieg zählte die Altstadt mehr als 600 spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Bürgerhäuser. Bei den Kämpfen im Januar und Februar 1945 wurden fast alle zerstört, die deutsche Bevölkerung wurde anschließend vertrieben. Über drei Jahrzehnte lag das Viertel in Trümmern.
Einzelne Häuser in der ul. Wigilijna entstanden in den 1970er-Jahren, der eigentliche Wiederaufbau begann 1983. Den Plan entwarfen Wiesław Anders, Szczepan Baum und Ryszard Semka, die städtische Denkmalpflegerin Maria Lubocka-Hoffmann entwickelte ihn weiter. Das Prinzip heißt „retrowersja“: Jedes Haus wird einzeln auf der historischen Parzelle gebaut, oft auf den alten Kellern, und zitiert Maßstab, Giebel und Beischläge der verlorenen Bebauung in moderner, postmoderner Form. Fachleute sehen darin ein Schlüsselwerk der polnischen Postmoderne. Vor dem Bau gruben Archäologen die Altstadt so umfassend aus wie kaum eine andere in Europa – die Funde zeigt das Archäologisch-Historische Museum.
Familien mit Kindern können über ein Dutzend kleine Bronzefiguren des Bäckerjungen suchen, die in der Altstadt versteckt sind.
Die Straßen sind rund um die Uhr frei zugänglich. Für einen entspannten Rundgang mit Kathedrale und Galeria EL plane 2–3 Stunden ein, mit Museum einen halben Tag. Das Gelände ist flach, aber gepflastert. Die Touristeninformation befindet sich in der ul. Stary Rynek 25 (Tel. +48 55 239 33 77).
Stand: Oktober 2026 – im Winter 2026/27 ist die Turmterrasse der Kathedrale bis Mai geschlossen, das Museum hat verkürzte Öffnungszeiten (Di–So 9–15.30 Uhr). Im Dezember findet in der Altstadt der Weihnachtsmarkt statt.
Elbing liegt rund 60 km südöstlich von Danzig (Gdańsk) an der S7, aus Berlin sind es etwa 550 km. Mit der Bahn geht es über Danzig oder Marienburg (Malbork); vom Bahnhof läufst du gut eine Viertelstunde. Das Auto stellst du am besten am Rand der kompakten Altstadt ab. Elbing hat übrigens Partnerstädte in Deutschland, darunter Leer und Bremerhaven.
Ulice i place Starego Miasta dostępne całodobowo; muzea i taras katedry mają własne godziny (taras zimą zamknięty).
Wstęp wolny
ul. Stary Rynek, 82-300 Elbląg (Informacja Turystyczna: Stary Rynek 25)
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Geprüft: Oktober 2026
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