Burgen
Kwidzyn, Pommern
Die Burg Marienwerder (Zamek w Kwidzynie) ist der gotische Sitz des pomesanischen Domkapitels aus dem 14. Jahrhundert und bildet zusammen mit dem angrenzenden Dom eines der eindrucksvollsten Ensembles der Ordensland-Backsteingotik. Wahrzeichen ist der Danzker – ein Abort- und Wehrturm, der über einen langen Bogengang mit der Burg verbunden ist. Wichtig: Seit September 2026 ist das Burgmuseum wegen einer umfassenden Restaurierung geschlossen; die Wiedereröffnung ist für 2030 geplant. Von außen und im Dom lohnt sich der Besuch trotzdem.
Die Burg ist eine Abteilung des Schlossmuseums Marienburg (Malbork). Das Museum setzt ein Restaurierungsprojekt im Wert von über 64 Mio. zł um, überwiegend aus EU-Mitteln des Programms FEnIKS. Bis Ende August 2026 war das Museum geöffnet; zum Abschied von den bisherigen Ausstellungen kamen am 30. August mehr als 2500 Besucher. Die Arbeiten betreffen alle Geschosse, Mauern, Gewölbe, Wandmalereien, Dach und Installationen und sollen die Barrierefreiheit zwischen den Etagen verbessern. Fertig sein sollen sie Ende 2029, die große Wiedereröffnung mit neuen Dauerausstellungen ist für 2030 angekündigt. Schon 2028 soll in der ul. Kruka 1 eine Ausstellung über die Stadt („Taki oto Kwidzyn“) öffnen.
Gebaut wurde die Burg in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts; erstmals erwähnt ist sie am 28. Oktober 1334 als castrum Merginwerder, um 1345 war der Großteil fertig. Vier Flügel umschlossen einen Hof mit Kreuzgängen, der höchste Turm misst 59 m. In den 1380er-Jahren entstand der Danzker – der größte Turm dieser Art im ehemaligen Ordensstaat, verbunden mit der Burg durch den längsten bekannten Danzkergang.
1478 nahmen polnische Truppen Marienwerder ein. Im 16. Jahrhundert wurden die Bischöfe evangelisch, die Burg ging an die Beamten Herzog Albrechts von Preußen. 1709 übernachtete Zar Peter der Große hier. 1798 ließen die preußischen Behörden Ost- und Südflügel abtragen und die Ziegel für das Landgericht verwenden – daher die heutige offene Form. Bis 1935 dienten die Räume als Gericht und Gefängnis, 1936–1945 als Schule der Hitlerjugend. Seit 2018 ist das Dom- und Burgensemble ein Pomnik Historii (Geschichtsdenkmal Polens).
Für einen Rundgang ums Ensemble und den Dom reicht etwa eine Stunde. Nimm dir dabei Zeit für den Blick aus dem Tal hinauf zu den Bögen des Danzkers.
Marienwerder liegt im Weichselland (Powiśle), etwa 40 km südlich der Marienburg und rund 80 km von Danzig (Gdańsk). Am einfachsten fährst du mit dem Auto über die Landesstraße 55 via Stuhm (Sztum) oder von Graudenz (Grudziądz). Aus Deutschland bietet sich die Kombination mit einer Reise nach Danzig und zur Marienburg an. Burg und Dom stehen auf einem Hang im Stadtzentrum an der ul. Katedralna.
Für Freunde der Ordensburgen ja – der Danzker und die Hochmeistergruft rechtfertigen einen Zwischenstopp zwischen Marienburg und Graudenz. Die Innenräume der Burg siehst du aber erst wieder nach 2030. Für Besucher mit Interesse an der Geschichte Westpreußens bleibt Marienwerder einer der eindrucksvollsten Orte des Weichsellandes. Ein Spaziergang durch die Altstadt, über der das Burg- und Domensemble von jeder Seite thront, rundet den Besuch ab.
Muzeum w zamku zamknięte od września 2026 z powodu remontu (otwarcie planowane w 2030 r.); teren wokół zespołu i widok na gdanisko dostępne; katedra – godziny w parafii.
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Geprüft: Oktober 2026