Festungen
Das gotische Chełmno besitzt einen der am besten erhaltenen Verläufe mittelalterlicher Stadtbefestigungen — nicht nur in Polen, sondern in Europa. In einem rund 2 Kilometer langen Ring stehen bis heute Mauern, mehr als ein Dutzend Bastionen und Tore — alles auf einem einzigen Spaziergang.
Die Ziegelmauern entstanden von der Mitte des 13. bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts an Stelle früherer Holz-Erd-Befestigungen. Die Anlage umfasste über 20 Bastionen — 17 sind vollständig erhalten, 6 in Fragmenten — sowie 7 Tore an den Ausläufern der Hauptstraßen; auf der flachen Ostseite schützte ein Graben die Stadt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts riss man zur Verbesserung des Verkehrs zwei Mauerabschnitte und 5 Tore ab.
Das Grudziądz-Tor, erbaut Ende des 13. Jahrhunderts und im 14. um eine Barbakane erweitert, birgt einen Durchgang mit rundbogiger Arkade. Um 1620 baute man oben die Kapelle Na Bramke auf, die mit dem Kult der Muttergottes von Chełmno verbunden ist und einen manieristischen Giebel aus einer niederländisch-danziger Werkstatt krönt. Beim Kloster ist das Merseburger Tor erhalten — vermutlich das älteste, bereits im 14. Jahrhundert zugemauert und in eine Kapelle umgewandelt.
Die Jungfernbastion an der Allee 3 Maja ist seit 1999 Sitz der Reterschar von Chełmno; im Inneren sehen Sie Waffen, Nachbildungen mittelalterlicher Bewaffnung und Banner. Die Bruderschaft nimmt an der Nachstellung der Schlacht von Grunwald teil und veranstaltet das Turnier um den Goldenen Echsen, an dem über 120 Ritter aus 15 Bruderschaften starten.
Am besten umgeht man die Mauern auf den Ringalleen der alten Wälle; unterwegs ergeben sich Blicke auf die Weichsel. In der Nähe: der Klosterkomplex, das Rathaus und die Kirchen der Altstadt von Chełmno.
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