Denkmäler & Hügel
Über der Brda, zwischen der Straße Mostowa und der Jerzy-Sulima-Kamiński-Brücke, schwebt eine Figur mit Balancestange über dem Wasser. Es ist „Przechodzący przez rzekę“ („Der den Fluss Überquerende“), im Volksmund Seiltänzer genannt — eine Skulptur, die zum Wahrzeichen Bydgoszczs wurde und zu den erkennbarsten Objekten der Stadt zählt.
Das Werk des aus Częstochowa stammenden Bildhauers Jerzy Kędziora wurde am 1. Mai 2004 enthüllt, am Tag des EU-Beitritts Polens. Die Figur wiegt nur etwa 50 kg und steht auf einem über den Fluss gespannten Seil. Das ganze Gleichgewicht beruht auf einem einfachen Trick: Der Schwerpunkt der Figur wurde unter die Höhe des Seils verlagert, sodass die Skulptur trotz der scheinbaren Zerbrechlichkeit der Konstruktion aufrecht bleibt.
Der Wanderer hält in einer Hand die Stange, in der anderen einen Pfeil, und über der Schulter hängen ihm römische Sandalen. Das ist ein bewusstes Spiel mit einem anderen Bydgoschser Denkmal — der Bogenschützin: Der Seiltänzer ist ihr Verehrer, der den von der bronzenen Schönheit abgeschossenen Pfeil ans andere Ufer trägt. Die Figur begleitet zudem eine Schwalbe — eine Anspielung auf den Namen von Andrzej Szwalbe, Gründer der Pommerschen Philharmonie und Ehrenbürger der Stadt.
Die Skulptur hängt im Zentrum über dem Fluss, in der Nähe der Straßen Mostowa und Spichlerzna, und ist rund um die Uhr kostenlos zu bewundern. 2025 wuchs die Bydgoschser Familie der Balancefiguren um den Ruderer „Im Ziel“ an der Młynówka und die Weidenflechterin an den Jatki — lohnt sich, sie zu einem Spaziergang um die Brda zu verbinden.
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