Denkmäler
Żnin, Kujawien-Pommern
Mitten auf dem Plac Wolności in Żnin steht ein massiver gotischer Turm, den alle „Baszta“ (Bastei) nennen – obwohl er nie zur Stadtmauer gehörte. Er ist der einzige erhaltene Teil des mittelalterlichen Rathauses und wurde gebaut, um Privilegien, Bücher und Akten der Stadt hinter feuerfesten Mauern zu schützen. Heute ist er eine Außenstelle des Museums des Pałuki-Landes: Stockwerk für Stockwerk wurden Rüstkammer, Ratssaal und Schatzkammer nachgestaltet, und im Dachgeschoss arbeitet ein historisches Uhrwerk.
Anlass für den Bau war der große Stadtbrand von 1447, den der Chronist Jan Długosz festhielt. Auf dem sumpfigen Boden dienten mächtige Findlinge als Fundament, der Keller lag flach, teils über dem Boden, und diente als städtischer Weinkeller. Brände und Seuchen verzögerten die Arbeiten; fertig wurde der Turm vermutlich um 1494 (andere Darstellungen nennen allgemein die Jahre 1447–1500). Ursprünglich schloss er mit einer zinnenbewehrten Aussichtsplattform, von der Wächter nach Bränden und Gefahren Ausschau hielten.
Die Schreiber arbeiteten in einem hölzernen Rathausbau an der Nordseite, der im ersten Stock über eine Galerie mit dem Turm verbunden war. Dieser Teil brannte wohl 1656 während der schwedischen Invasion ab – manche Quellen sehen erst einen Brand von 1692 als endgültige Zerstörung. Beim Wiederaufbau verlor der Turm ein Geschoss und erhielt ein Zeltdach mit barocker Haube. 1755 wurde eine vom Bürgermeister Zenon Konwerski gestiftete Uhr eingebaut. Ab 1865 diente der Turm als Feuerwache (dabei ging das Erdgeschossgewölbe verloren), nach der Renovierung 1960–1961 zog das Regionalmuseum ein.
Der Turm steht auf quadratischem Grundriss, der ab dem ersten Stock in ein Achteck übergeht; den Übergang verbergen gestufte Bögen. Friese, darunter einer aus schräg gesetzten Ziegeln, trennen die Geschosse, im dritten Stock sitzt eine runde Blende. Die Ausstellung führt von unten nach oben:
Im Keller sind Reste einer mittelalterlichen Hypokaustenheizung erhalten: eine Feuerstelle, von der Kanäle in den Mauern warme Luft in die oberen Geschosse leiteten. Die Nordwand hat keine Fenster, weil dort das hölzerne Rathaus anschloss; innen erkennt man im ersten Stock die Nische des Durchgangs zur Galerie. In den Mauern stecken steinerne Kanonenkugeln als Erinnerung an die Schweden. Eine Legende erzählt von zwei unterirdischen Gängen – zu einem Kloster oder zur Pfarrkirche und hinaus zum See Małe Jezioro –, doch Georadarmessungen 2009 und Grabungen 2011 fanden keine Spur davon.
Das Museum veröffentlicht Öffnungszeiten für die Saison Mai–September: Dienstag–Freitag 8:00–16:00 Uhr (Kasse bis 15:30), Samstag–Sonntag 10:00–15:00 Uhr (Kasse bis 14:30). Außerhalb der Saison rufen Sie besser vorher an: +48 52 30 20 293. Einen eigenen Tarif für den Turm gibt es nicht; im Hauptgebäude am Plac Wolności 1 kostet der Eintritt 12 PLN (ermäßigt 10 PLN). Planen Sie 30–45 Minuten ein; die Treppen im Turm sind eng und steil. Gut kombinierbar mit einer Fahrt der Żniner Schmalspurbahn nach Wenecja, wo das Schmalspurbahnmuseum steht.
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