Burgen
Wenecja, Kujawien-Pommern
Die Burgruine Wenecja bei Żnin, im Volksmund Burg des „Venezianischen Teufels“ genannt, ist der Rest einer gotischen Festung aus dem 14. Jahrhundert. Sie liegt auf einer Landenge zwischen dem Weneckie- und dem Biskupiner See im Pałuki-Land. Eine düstere Sage, mächtige Mauerreste aus Backstein und Feldstein und das Schmalspurbahnmuseum gleich nebenan machen sie zu einer lohnenden Station auf dem Weg nach Biskupin.
Wenecja (polnisch für Venedig) liegt wenige Kilometer südlich von Żnin in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern. Von Posen (Poznań) sind es rund 86 km bis ins benachbarte Biskupin, etwa 1 Stunde 10 Minuten; von Bromberg (Bydgoszcz) gut 40 Minuten bis Żnin. Aus Berlin bist du über die A2 und Posen in rund vier Stunden da. Parken kannst du am Schmalspurbahnmuseum (10 zł pro Tag). Die Schmalspurbahn bis zur Haltestelle Wenecja Muzeum fährt erst wieder ab Mai.
Wann genau die Burg entstand, ist nicht sicher: Das Museum des Pałuki-Landes nennt um 1390, andere Angaben die Mitte des 14. Jahrhunderts. Bauherr war der Überlieferung nach Mikołaj Nałęcz, Richter in Kalisch (Kalisz) und Herr von Wenecja, der dem Dorf auch seinen Namen gegeben haben soll. Die Burg sicherte den Weg von Żnin nach Gnesen (Gniezno).
Schon 1395 wurde sie in einer Fehde zweier Adelsgeschlechter beschädigt. Ab 1420 gehörte sie den Erzbischöfen von Gnesen, die sie ausbauten: Eine äußere Mauer mit runden Basteien für Feuerwaffen kam hinzu – eine der frühesten Befestigungen dieser Art in Polen. Der Überlieferung nach diente die Burg auch als Gefängnis für Geistliche und Gegner der Kirche. Als die Bedrohung durch den Deutschen Orden nachließ, verlor sie ihre Bedeutung und wurde abgetragen (je nach Quelle Ende des 15. oder im 16. Jahrhundert); die Ziegel verwendete man für die erzbischöfliche Residenz in Żnin. Grundriss und Bauphasen klärten erst archäologische Grabungen nach dem Zweiten Weltkrieg.
Nałęcz soll so gnadenlose Urteile gefällt haben, dass man ihn den Blutigen Teufel nannte; sein Geist spukt angeblich noch heute in den Mauern. Eine weitere Legende erzählt, vor der Schlacht bei Tannenberg (Grunwald) 1410 seien hier Kanonen erprobt worden – das Museum stellt das ausdrücklich als Sage dar.
Die Burg hatte einen quadratischen Grundriss mit 33 m Seitenlänge. Erhalten sind große Teile der Umfassungsmauern und der Innenhof. Im Nordosten stand ein Turm, der zugleich als Kerker diente; im Süden führte eine Zugbrücke über den Graben. Auf der Wiese vor der Ruine finden Ritterturniere und Feste statt. Für einen Rundgang genügen 30–45 Minuten. Der Boden ist uneben, feste Schuhe sind sinnvoll.
Der Eintritt ist im Kombiticket mit dem Schmalspurbahnmuseum enthalten: 20 zł regulär, 16 zł ermäßigt, Kinder unter 4 Jahren frei. Eine Führung (auf Polnisch) kostet 130 zł. Tickets gibt es an der Museumskasse, von Oktober bis April dienstags bis sonntags geöffnet (Kasse bis 15:30 Uhr). Eigene Öffnungszeiten für die Ruine veröffentlicht das Museum nicht; frag im Zweifel telefonisch nach: +48 505 647 850.
Allein ist die Ruine ein kurzer Abstecher. Zusammen mit dem Bahnmuseum und dem Archäologischen Museum Biskupin ergibt sich aber ein abwechslungsreicher Tagesausflug, gerade mit Kindern.
Bilety w kasie Muzeum Kolei Wąskotorowej: październik–kwiecień wt.–nd. 10:00–16:00 (kasa do 15:30), maj–wrzesień codziennie 9:30–17:30; osobnych godzin dla ruin MZP nie podaje.
Bilet wspólny z Muzeum Kolei Wąskotorowej: 20 zł normalny, 16 zł ulgowy, dzieci do 4 lat bezpłatnie; przewodnik po ruinach 130 zł (zamek + muzeum 180 zł).
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026