Kirchen & Klöster
Gąsawa, Kujawien-Pommern
Die St.-Nikolaus-Kirche in Gąsawa ist eine Holzkirche aus dem 17. Jahrhundert in der Landschaft Pałuki, zwischen Posen (Poznań) und Bromberg (Bydgoszcz). Von außen wirkt sie unscheinbar, innen gehört sie zu den größten Überraschungen der Region: Wände und Decken sind mit Barockmalereien überzogen, die rund 150 Jahre unter Putz verborgen lagen und erst 1998–1999 zufällig wiederentdeckt wurden. Die Kirche ist zugleich Wallfahrtsort der Muttergottes vom Trost – und liegt nur wenige Kilometer vom berühmten Biskupin entfernt.
Gąsawa liegt etwa 80 km nordöstlich von Posen und 60 km südlich von Bromberg. Aus Berlin bist du mit dem Auto in rund vier Stunden da. Die Kirche steht im Zentrum, ul. Żnińska 1. Gąsawa erhielt 2024 die Stadtrechte zurück, die es 1934 verloren hatte. Von Żnin (Znin), dem Hauptort des Kreises, sind es nur rund 12 km; eine touristische Schmalspurbahn verbindet Żnin über Wenecja und Biskupin mit Gąsawa (Fahrplan saisonal, vorab prüfen).
Gąsawa wird schon 1136 in einer Papstbulle erwähnt und gehörte jahrhundertelang den Augustiner-Chorherren aus Trzemeszno. Sie errichteten die heutige Kirche aus Lärchenholz in einer Kombination aus Block- und Fachwerkbau. Die Datierung ist umstritten: Viele Quellen nennen um 1625, der Historiker Dariusz Sobczak verweist dagegen auf Visitationsakten und eine Inschrift, die einen Neubau von 1674 nach den Schwedenkriegen belegen.
Um 1850 verweigerten die preußischen Behörden den Abriss und einen Neubau aus Stein. Die Gemeinde reparierte die baufällige Kirche, hatte aber kein Geld für die Malereien – sie wurden mit Schilfrohr und Putz verdeckt und gerieten in Vergessenheit. Bei der Renovierung 1998–1999 kam unter dem Putz eines Balkens der heilige Augustinus zum Vorschein. Archivnotizen in Gnesen bestätigten weitere Malereien, die schrittweise freigelegt wurden; eine Schicht stammt aus 1705–1706. Sie gelten als einer der größten erhaltenen Zyklen barocker Wandmalerei in einer polnischen Holzkirche.
Tipp: Bleib nach dem Eintreten hinten stehen und lass den Raum auf dich wirken, bevor du Details suchst. Ein Weitwinkel hilft beim Fotografieren.
Die Kirche ist eine aktive Pfarrkirche ohne Kasse; der Eintritt ist frei. Am einfachsten kommst du rund um die Messen hinein – Stand: Oktober 2026 werktags um 17:00 Uhr, sonntags um 7:15, 9:30, 11:00 und 16:00 Uhr. Für andere Zeiten wende dich an die Pfarrei (Tel. +48 603 750 754, meist nur auf Polnisch). Plane 30–45 Minuten ein und besuche die Kirche nicht während des Gottesdienstes.
Ja – unbedingt in Kombination mit der rekonstruierten frühgeschichtlichen Siedlung in Biskupin und dem Schmalspurbahnmuseum im nahen Wenecja. In Gąsawa wurde 1227 außerdem Herzog Leszek der Weiße ermordet; ein Denkmal erinnert daran.
Czynny kościół parafialny; wejście przy nabożeństwach (msze: dni powszednie 17:00, niedziele 7:15, 9:30, 11:00, 16:00); inne terminy po uzgodnieniu z parafią.
Wstęp wolny
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026
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