Museen
Biskupin, Kujawien-Pommern
Das Archäologische Museum Biskupin ist das berühmteste archäologische Freilichtmuseum Polens: eine rekonstruierte befestigte Siedlung aus der Zeit vor rund 2700 Jahren auf einer Halbinsel im Biskupiner See, dazu ein frühmittelalterliches Dorf, Hütten der ersten Bauern und ein Museumspavillon mit Originalfunden. Hier gehst du durch ein hölzernes Tor, über Bohlenstraßen und in die Häuser hinein – Vorgeschichte zum Anfassen und ein ideales Ausflugsziel mit Kindern.
Biskupin liegt in der Seenlandschaft Pałuki zwischen Posen (Poznań) und Bromberg (Bydgoszcz), etwa 5 Kilometer von der Schnellstraße S5. Von Posen fährst du rund 1 bis 1,5 Stunden, von Berlin sind es mit dem Auto etwa 370 bis 400 Kilometer – gut kombinierbar mit einem Wochenende in Posen oder Thorn (Toruń). Gnesen (Gniezno), die erste Hauptstadt Polens, liegt ebenfalls in der Nähe.
Busse fahren aus Żnin und Gąsawa, mit Bedarfshalt am Museumsparkplatz. Am schönsten ist im Sommer die Anreise mit der Schmalspurbahn Żnin auf der Strecke Żnin – Wenecja – Biskupin – Gąsawa; die Haltestelle liegt direkt am Museum. Der Besucherparkplatz ist kostenlos.
Entdeckt wurde der Fundplatz 1933 vom Dorflehrer Walenty Szwajcer und seinen Schülern. Ab 1934 grub ein Team der Universität Posen unter Józef Kostrzewski und Zdzisław Rajewski – Biskupin wurde zum Symbol der polnischen Archäologie.
Die Siedlung errichteten Menschen der Lausitzer Kultur am Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit. Dendrochronologische Untersuchungen zeigen, dass die Eichen zwischen 747 und 722 v. Chr. gefällt wurden, überwiegend im Winter 748/747 v. Chr. Auf einer gut 2 Hektar großen Insel standen rund 100 Blockhäuser an 11 Straßen, umgeben von einem über 450 Meter langen Wall aus erdgefüllten Eichenkästen und einem hölzernen Wellenbrecher zum See hin.
Auch ein Kapitel deutscher Geschichte gehört dazu: Nach der Besetzung Polens 1939 benannten die Nationalsozialisten den Ort in „Urstädt“ um, 1940–1942 grub hier das SS-Ahnenerbe, die Forschungsorganisation der SS. Beim Rückzug setzten die Deutschen das Gelände unter Wasser – was das Holz ungewollt konservierte. Die erste Rekonstruktion von 1936 wurde im Krieg zerstört und danach neu aufgebaut. Seit 1994 ist Biskupin polnisches Geschichtsdenkmal.
Von Mai bis September zeigen Museumspädagogen und Darsteller altes Handwerk, an Wochenenden gibt es Themenveranstaltungen. Höhepunkt ist das Archäologische Festival im September, eines der größten seiner Art in Polen. Von Oktober bis April ist es ruhiger, die Rekonstruktionen und die Seenlandschaft lohnen sich aber trotzdem.
Ja – nirgendwo sonst in Polen erlebst du eine so große Rekonstruktion einer prähistorischen Siedlung. Plane 2 bis 3 Stunden ein, im Sommer mit Bootsfahrt und Vorführungen einen halben Tag. Führungen dauern etwa 105 Minuten und sind für Gruppen auch auf Deutsch möglich – per E-Mail mindestens fünf Tage vorher anfragen.
Eintritt: 28 Złoty regulär, 19 Złoty ermäßigt, Familienticket (2+2) 75 Złoty; Kinder unter 7 Jahren frei (kostenloses Ticket an der Kasse holen). Die Bootsfahrt kostet 21 Złoty (Mitte April bis 30. September, Dienstag–Sonntag, ab fünf Personen). Gruppen buchen online über bilety-biskupin.pl. Das Museum betreibt außerdem eine eigene Unterkunft, das Dom Muzealnika am Parkplatz.
Adresse: Biskupin 3, 88-410 Gąsawa.
Zeiten gültig bis 31. Oktober 2026
Codziennie: V–IX 9:00–18:00, IV i X 9:00–17:00, XI–III 9:00–16:00; nieczynne 1 I, Niedziela Wielkanocna, 1 XI, 25 XII.
Normalny 28 zł, ulgowy 19 zł, rodzinny 2+2 75 zł, dzieci do 7 lat bezpłatnie; rejs statkiem 21 zł.
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Geprüft: Oktober 2026