Seen & Gewässer
Susz, Ermland-Masuren
Der Gaudy-See ist 152 Hektar groß, aber nirgends tiefer als 2 Meter, und sein Grund ist von einer meterdicken Schlammschicht bedeckt. Ausgedehnte, gefährliche Sümpfe umgeben ihn, seit 1957 als Naturreservat geschützt. Hier geht es nicht ums Baden oder Paddeln, sondern ums Fernglas: 124 Vogelarten wurden nachgewiesen, 43 davon stehen auf der Liste der in Europa gefährdeten Arten.
Der See liegt in der Gemeinde Susz (Rosenberg), etwa 20 km nordwestlich von Iława (Deutsch Eylau), im Landschaftspark Iławaer Seenplatte im westlichen Masuren. Er ist 2,5 km lang und bis zu 1 km breit. Er füllt die Mitte einer schmalen eiszeitlichen Rinne, die sich vom Płaskie-See im Osten fast bis zum Burgal-See im Westen zieht. Das Ufer ist wenig gegliedert und fast vollständig mit Röhricht bewachsen, Schwimmblattpflanzen fehlen nahezu. Das Reservat umfasst den See und die östlich angrenzenden Sümpfe: Seggenriede, Schilfflächen und ausgedehnte Erlenbrüche, die allmählich mit Weide, Erle und Birke zuwachsen.
Laut der Verwaltung der Landschaftsparks in Jerzwałd gehören zu den hier vorkommenden, in Europa gefährdeten Arten u. a. Rohrdommel, Schwarzstorch, Moorente, Schnatterente, Knäkente, Schwarzmilan, Seeadler, Schreiadler, Kranich, Tüpfelsumpfhuhn, Kleines Sumpfhuhn, Zwergmöwe und Trauerseeschwalbe. See und Sümpfe sind Jagdrevier des Seeadlers, und die Schellente, die einzige polnische Ente, die in Baumhöhlen brütet, nistet hier. Im Dickicht hören Sie Schlagschwirl, Feldschwirl, Blaukehlchen, Nachtigall und Wasserralle. An selteneren Säugetieren leben hier Elch und Fischotter, 1998 wurden Biber angesiedelt.
Im Herbst dienen die Sümpfe Kranichen als Schlafplatz. In den 1980er-Jahren zählte man hier Schwärme von 2000–3000 Vögeln, heute sind es Gruppen von einigen Hundert. Das Reservat liegt gleich in zwei Natura-2000-Gebieten: „Ostoja Iławska“ und „Lasy Iławskie“.
Ans Ufer kommen Sie nicht: Die Sümpfe sind ausgedehnt und gefährlich, und das Betreten des Reservats außerhalb ausgewiesener Stellen ist verboten. Den besten Blick auf den See haben Sie von den Dörfern Rudniki und Kamieniec am gelb markierten Natur- und Geschichtsweg. Vom 1. März bis 30. September ist das Angeln verboten, ebenso das Schneiden von Schilf und Binsen. Nehmen Sie ein Fernglas oder Spektiv mit, kommen Sie früh morgens oder vor der Dämmerung und halten Sie im Herbst, zur Zugzeit, nach Kranichen Ausschau. Für einen Beobachtungsstopp reichen 1–2 Stunden.
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