Kirchen & Klöster
Golub-Dobrzyń, Kujawien-Pommern
Im Turm der St.-Katharinen-Kirche in Golub hängt eine Glocke, die König Sigismund III. Wasa 1623 stiftete – der Bruder von Anna Wasa, die damals als Starostin auf der nahen Burg lebte. Die Kirche selbst ist über dreihundert Jahre älter: Ihr gotischer Chor wurde 1293 vollendet, und der mächtige Turm gehörte einst zur Verteidigung der Stadt an der Drwęca.
Golub sicherte eine der beiden Furten über die Drwęca ins Kulmer Land – deshalb wurde die Backsteinkirche von Anfang an als Wehrbau errichtet. Zuerst entstand der Chor, fertiggestellt 1293. 1320–1350 kamen ein schlichteres Langhaus mit Holzdecke und ein gewaltiger, 8,9 m breiter Wehrturm hinzu; die ältesten Teile seiner inneren Holzkonstruktion stammen von 1322. 1414 wurde die Kirche im Krieg beschädigt, 1689 schlug ein Blitz in den Turm und zerstörte Ornamente und Gesimse. Pfarrer Szefler ließ ihn im Renaissancestil wieder aufbauen; ihre heutige Gestalt erhielt die Kirche im 19. Jahrhundert.
Der Turm hat sechs Geschosse, ein Arkaden-Erdgeschoss, vier Ecktürmchen mit Zinnen und ein Dach mit doppelter Kuppel. Im Mittelalter stand er für die Bedeutung Golubs als Grenzstadt des Deutschordensstaates. Nach verfügbaren Angaben ist der Turm im Sommer freitags bis sonntags nachmittags zeitweise als Aussichtspunkt geöffnet – vergewissern Sie sich vor Ort.
Die Kirche steht an der ul. Kościelna im historischen Teil von Golub, wenige Gehminuten von der Burg. Sie ist eine aktive Pfarrkirche, besichtigen Sie das Innere daher außerhalb der Gottesdienste; für die Kirche selbst genügen 30–45 Minuten. Gehen Sie in den Chor und schauen Sie nach oben zu den Schlusssteinen – sie werden leicht übersehen, wenn man nur auf den vergoldeten Altar blickt. Verbinden Sie den Besuch mit der Burg, auf der Anna Wasa einst lebte.
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