Denkmäler
Krynki, Podlachien
Im Jahr 1897 waren fast 85 % der fünftausend Einwohner von Krynki Juden – von dieser Gemeinde ist heute vor allem ein Hügel am nördlichen Stadtrand geblieben. Der Friedhof an der ul. Zaułek Zagumienny umfasst rund 2,5 ha, Ende der 1980er-Jahre wurden hier über 3000 Grabsteine gezählt. Trotz späterer Zerstörungen ist er noch immer der Friedhof mit den meisten erhaltenen Mazewot (jüdischen Grabsteinen) in der Region Podlachien und einer der wichtigsten Orte jüdischer Erinnerung im polnisch-belarussischen Grenzland.
Die ersten Juden, vermutlich aus Grodno, ließen sich um die Wende zum 17. Jahrhundert in Krynki nieder. 1639 gewährte ihnen König Władysław IV. ein Privileg, das ihnen erlaubte, Grundstücke zu kaufen, Häuser zu bauen, Handel zu treiben, Alkohol herzustellen, eine Synagoge und eine Mikwe zu errichten und einen Friedhof anzulegen. 1662 bestätigte König Johann Kasimir diese Rechte; wann genau der Friedhof angelegt wurde, ist jedoch nicht bekannt. 1691 machte sich die Gemeinde von der Kehilla in Grodno unabhängig und gehörte im 18. Jahrhundert zu den größeren der Region.
Im 19. Jahrhundert machten jüdische Unternehmer Krynki zu einem Zentrum der Textil- und Lederverarbeitung, doch die Brände von 1879, 1882 und 1887 bremsten die Entwicklung der Stadt. Im Juni 1941 beschossen die Deutschen Juden, die sich auf einem Feld vor der Stadt versammelt hatten, und töteten etwa 40 Menschen, die hier in Massengräbern bestattet wurden. Die Besatzer verwüsteten den Friedhof und ließen viele Mazewot herausreißen, um sie als Baumaterial zu verwenden – unter anderem beim Bau einer Molkerei.
Der älteste identifizierte Grabstein erinnert an Chaim, Sohn des Benjamin, der laut Denkmalregister 1758 starb (andere Quellen nennen 1750). 1947 organisierten Überlebende der Schoah die Exhumierung von etwa 40 Opfern einer Hinrichtung, die die Deutschen am Pessachfest 1943 verübt hatten. Die Massengräber aus der Kriegszeit sind bis heute nicht gekennzeichnet. Am 30. Dezember 1987 wurde der Friedhof ins Denkmalregister eingetragen (Nr. A-115), und die Stiftung zur Dokumentation jüdischer Friedhöfe veröffentlicht online ein Verzeichnis der erhaltenen Grabsteine.
Dies ist ein Friedhof und ein Gedenkort, kein Museum: Es gibt weder Kasse noch Ausstellung oder Öffnungszeiten. Betreut wird er von der Stiftung zum Schutz des jüdischen Erbes in Polen, örtliche Ehrenamtliche und Schulklassen räumen das Gelände regelmäßig auf – im Sommer kann das Gras dennoch hoch stehen, und die Mauer ist teilweise zerstört. Tragen Sie feste Schuhe, betreten Sie keine Gräber und verrücken Sie keine Steine. Nach jüdischem Brauch dürfen Sie einen kleinen Stein auf eine Mazewa legen. Planen Sie 30–45 Minuten ein und verbinden Sie den Besuch mit der ehemaligen Synagoge der Slonimer Chassiden in Krynki, einem Städtchen an der Grenze zu Belarus.
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