Kirchen & Klöster
Im podlachischen Dorf Bohoniki steht eine der ältesten noch aktiven Moscheen Polens — ein hölzerner Bau, der höchstwahrscheinlich 1873 errichtet wurde, in einem Dorf, das seit dem 17. Jahrhundert von Nachkommen tatarischer Siedler bewohnt wird. Daneben erstreckt sich der Mizar, der muslimische Friedhof, eine der bemerkenswertesten Landschaften Podlachiens.
Das Baujahr blieb lange unklar. Erst eine Grundsanierung im Jahr 2005 brachte das auf dem Türrahmen des Eingangs verzeichnete Datum 1873 ans Licht. Die heutige Moschee ersetzte einen niedergebrannten Vorgängerbau der tatarischen Siedler. Das Holzgebäude in Blockbauweise hat einen Grundriss von 11,49 x 8,03 m und einen Rauminhalt von 460 m³; das vierseitige Zeltdach ist seit der Sanierung 2005 mit Schindeln gedeckt - zuvor jahrzehntelang mit verzinktem Blech.
Der Friedhof stammt vermutlich aus dem 18. Jahrhundert, vielleicht sogar aus dem 17. Die gesamte Moscheeanlage wurde 1966 in das Denkmalregister eingetragen, und 2012 erklärte der Präsident Polens sie zum Historischen Denkmal (Pomnik Historii).
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Moschee verwüstet und als Feldlazarett genutzt; das Gebäude wurde durch eine Granatenexplosion beschädigt. Dennoch kehrte die Gemeinde in die Moschee zurück - in den 1990er Jahren war der Imam Stefan Mustafa Jasinski, der 2015 als ältester muslimischer Geistlicher Polens starb. Das Freitagsgebet findet hier einmal im Monat statt; die Moschee ist also ein lebendiger Gebetsort und kein Museum.
Besuchen Sie Moschee und Mizar leise und mit Respekt für den Gebetsort. Bohoniki liegt in Podlachien nahe der Grenze zu Weißrussland; gehen Sie nach dem Besuch einen Moment zwischen den Grabsteinen spazieren, wo Tafeln mit arabischen Inschriften auf polnische Nachnamen treffen.
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