Andere
Der zweitgrößte Waldkomplex der Podlachischen Tiefebene nach dem Białowieża-Urwald: rund 1.050 Quadratkilometer Wald auf Endmoräne nördlich von Białystok, durchflossen von der Supraśl. Seit 1974 leben hier Wisente, und Forscher sehen im Gebiet das einzige Gegenstück zur südwestrussischen Taiga in Mitteleuropa.
Kiefer und Fichte beherrschen die Bestände, dazu kommen Birke, Erle und Eiche. Das abwechslungsreiche Moränenrelief schafft Mikroklimata, die boreale Arten begünstigen — daher die Taiga-Vergleiche. Rund 290 Bäume sind Naturdenkmäler: Die älteste Stieleiche bei Dworzysk ist etwa 500 Jahre alt, eine Rekordlinde misst über 6,5 Meter Umfang. Entomologen haben hier rund 2.000 Käferarten gezählt.
Ein Wisent-Refugium besteht im Urwald seit 1974; auch Wölfe und Schwarzstörche kommen in den Wäldern vor. Fast 95 % des 1988 gegründeten Landschaftsschutzgebiets Puszcza Knyszyńska mit Sitz in Supraśl liegen im Einzugsgebiet eines einzigen Flusses — der Supraśl mit den Zuflüssen Sokołda und Czarna. Manche Bäche haben Gefälle von über 3 Promille wie Gebirgsflüsse.
Die ältesten Siedlungsspuren sind 10.000 Jahre alt; in Konne entdeckten Archäologen ein mesolithisches Jägergrab, in dem der Tote gefesselt sitzend mit rotem Ocker bestattet wurde. In der Bronzezeit wurden bei Rybniki Feuersteinvorkommen abgebaut — Trichter von Schächten und Halden sind bis heute ablesbar.
Supraśl und kleinere Walddörfer sind die besten Ausgangspunkte; Wege und Forststraßen laden zu Radtouren und Pilzsammlungen ein, und Routen führen durch ehemalige Grenzdörfer. Kuriose Randnotiz: Der Wald ist für seine über Generationen gepflegten Schmugglertraditionen bekannt — eine lokale Spezialität ist Bukwicówka, ein mit Tollkraut gewürzter Wodka.
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