Kirchen & Klöster
Kwiatoń, Kleinpolen
Die Holzkirche (Cerkiew) der heiligen Paraskeva in Kwiatoń ist eine ehemals griechisch-katholische Kirche der Lemken in den Niederen Beskiden und gilt als Musterbeispiel – vielen sogar als schönstes Beispiel – des nordwestlichen lemkischen Baustils. Seit 2013 gehört sie zum UNESCO-Welterbe „Holzkirchen der Karpatenregion in Polen und der Ukraine“, das 16 Kirchen beider Länder umfasst. Ihre gestaffelte Silhouette, die vom niedrigen Altarraum bis zum schlanken Turm ansteigt, zählt zu den meistfotografierten Motiven der polnischen Karpaten.
Kwiatoń liegt in den Niederen Beskiden (Beskid Niski) nahe der slowakischen Grenze, etwa 6 km von Uście Gorlickie, 28 km von Gorlice und rund 150 km südöstlich von Krakau (Kraków) – 2,5 bis 3 Stunden mit dem Auto über Nowy Sącz (Neu Sandez) oder Gorlice. Die Kirche steht wenige Dutzend Meter neben der Straße von Uście Gorlickie zum Kurort Wysowa-Zdrój. Am bequemsten reist du mit dem Auto an. Offizielle Angaben zum Parken gibt es nicht.
Die Lemken sind ein ostslawisches Bergvolk, das jahrhundertelang in diesen Bergen lebte und überwiegend der griechisch-katholischen Kirche angehörte. Laut National Geographic Traveler stand die Kirche von Kwiatoń ab 1933 leer, als das ganze Dorf zur Orthodoxie übertrat. 1947 wurden die Lemken im Rahmen der „Aktion Weichsel“ in den Westen und Norden Polens zwangsumgesiedelt. Danach übernahmen römische Katholiken das Gebäude; heute ist es Filialkirche der Pfarrei in Uście Gorlickie und wird gemeinsam mit Griechisch-Katholischen genutzt.
Die Welterbestätte wurde am 21. Juni 2013 eingetragen und umfasst 16 Holzkirchen – je acht in Polen und in der Ukraine –, die zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert von orthodoxen und griechisch-katholischen Gemeinden aus waagerechten Balken errichtet wurden. Zum polnischen Teil gehören Brunary Wyżne, Chotyniec, Kwiatoń, Owczary, Powroźnik, Radruż, Smolnik und Turzańsk. Insgesamt hat Polen heute 18 Welterbestätten; zuletzt kam im Juli 2026 das modernistische Zentrum von Gdynia (Gdingen) hinzu.
Gebaut wurde die Kirche in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts; oft wird das Jahr 1700 genannt. Eine an einem Turmbalken gefundene Jahreszahl 1743 markiert den Bau oder eine große Reparatur des Turms – damit ist er der älteste sicher datierte Turm einer lemkischen Kirche. Renoviert wurde vielfach, zuletzt reinigte man 2011 die Schindeln des gesamten Baus.
Typisch lemkisch ist der Grundriss aus drei quadratischen Teilen – Altarraum, Schiff und Frauenvorraum –, jeder mit eigenem Dach, die stufenweise bis zum hohen Turm über dem Vorraum ansteigen. Das regionale Tourismusportal nennt ihn den höchsten im Lemkenland. Schau genau hin:
Die Ikonostase schuf 1904 Michał Bogdański. Bei den Wandmalereien sind sich die Quellen uneins: das Tourismusportal datiert sie auf 1811, andere Angaben schreiben sie Bogdański (1904) zu – vermutlich vereint der Raum beide Phasen. Gemalte Säulen imitieren Marmor; in der Kuppel siehst du Engel und die Verklärung Christi, neben der Ikonostase die Heiligen Olga und Wladimir. Unter dem Turm steht ein Weihwasserbecken aus Stein von 1750. In der Sakristei wird ein Epitaphios aufbewahrt – ein auf Leinwand gemaltes Bild des toten Christus –, im Vorraum ein beidseitig bemaltes Prozessionskreuz aus dem 19. Jahrhundert.
Laut VisitMałopolska (Stand: Oktober 2026) gibt es Führungen mittwochs 9–17 Uhr, donnerstags bis samstags 9–18 Uhr (Pause 13:00–13:30) und sonntags 12–17 Uhr; montags und dienstags ist ein Guide telefonisch erreichbar: +48 18 351 61 87 oder +48 660 105 342. Vom 1. Oktober bis 7. November schließt die Kirche wegen der Gottesdienste um 17 Uhr. Ein Gültigkeitszeitraum ist nicht angegeben – ruf vor allem im Winter 2026/27 vorher an; dann ist die Kirche unbeheizt und die Bergstraßen können glatt sein. Laut National Geographic Traveler (2025) ist der Eintritt frei.
Die Kirche begeistert Fotografen und Architekturfans ebenso wie Familien – Kinder zählen gern die unterschiedlichen Kreuze auf den Dächern. Besonders stimmungsvoll ist sie im Herbst, wenn die Wälder der Beskiden sich färben, oder nach frischem Schnee. Im Winter solltest du Winterreifen und etwas Zeitpuffer einplanen.
Unbedingt – Kwiatoń ist die lemkische Holzkirche schlechthin und zu jeder Jahreszeit ein wunderbares Fotomotiv. Plane 30 bis 45 Minuten ein. 2025 kürten die Leser von National Geographic Traveler (Polen) sie zu einem der „Wunder Polens“. Gut kombinierbar mit den UNESCO-Kirchen in Brunary Wyżne (ca. 14 km) und Owczary (ca. 30 km).
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Geprüft: Oktober 2026