Kirchen & Klöster
Owczary, Kleinpolen
Die Holzkirche Mariä Schutz (Cerkiew Opieki Matki Bożej) in Owczary ist eine der ältesten lemkischen Ostkirchen Polens. Erbaut 1653, steht sie in einem stillen Tal der Niederen Beskiden bei Gorlice und gehört seit 2013 zum UNESCO-Welterbe „Holzkirchen der Karpatenregion in Polen und der Ukraine“. Besonders sind ihre drei Türme mit Zwiebelhauben, die vollständig erhaltene barocke Ikonostase in Blau, Rot und Gold – und die Tatsache, dass griechisch-katholische und römisch-katholische Gläubige sie gemeinsam nutzen.
Owczary liegt in der Woiwodschaft Kleinpolen, etwa 10 km von Gorlice (rund 20 Minuten mit dem Auto) und etwa 145 km südöstlich von Krakau (Kraków) – gut 2,5 Stunden Fahrt. Aus Deutschland erreichst du die Region über die A4 bis Krakau und weiter über Nowy Sącz (Neu Sandez) oder Tarnów nach Gorlice. Am bequemsten reist du mit dem Auto an. Bis zur UNESCO-Kirche in Kwiatoń sind es rund 30 km. Offizielle Angaben zum Parken gibt es nicht.
Die Lemken sind ein ostslawisches Bergvolk der Karpaten, das überwiegend der griechisch-katholischen Kirche angehörte – Katholiken mit byzantinischer Liturgie. 1947 wurden sie in der „Aktion Weichsel“ zwangsumgesiedelt; viele ihrer Kirchen übernahmen römische Katholiken. In Owczary übernahm die Pfarrei im benachbarten Sękowa das Gebäude, behielt aber das Patrozinium bei. Ab 1956 fanden gelegentlich, ab Ende der 1980er-Jahre regelmäßig wieder griechisch-katholische Gottesdienste statt. Seit 1998 teilen sich beide Gemeinden die Kirche.
Die am 21. Juni 2013 eingetragene Welterbestätte umfasst 16 Holzkirchen – je acht in Polen und in der Ukraine –, die zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert von orthodoxen und griechisch-katholischen Gemeinden aus waagerechten Balken errichtet wurden. Zum polnischen Teil gehören Brunary Wyżne, Chotyniec, Kwiatoń, Owczary, Powroźnik, Radruż, Smolnik und Turzańsk. Insgesamt hat Polen heute 18 Welterbestätten; zuletzt kam im Juli 2026 das modernistische Zentrum von Gdynia hinzu.
Die heutige Kirche stammt von 1653 – die Jahreszahl steht über dem Westportal. Sie ersetzte einen Vorgängerbau, der auf sumpfigem Grund stand; deshalb ruht die neue Kirche auf einem Fundament aus Baumstümpfen, das Feuchtigkeit fernhielt. 1701 wurde der Altarraum umgebaut, um 1710 die Sakristei angefügt, 1783 errichteten die Zimmerleute Dimitr Dekowekin und Teodor Rusinka den Turm über dem Vorraum. 1870 verbreiterte man die Vorhalle, 1938 wurde der Innenraum zum 950. Jahrestag der Taufe der Kiewer Rus ausgemalt. Zwei Glocken von 1695 und 1727 wurden im Ersten Weltkrieg beschlagnahmt.
Bei einer gründlichen Restaurierung 1983–1985 erhielten Dächer und Wände wieder Schindeln. Das Kulturministerium würdigte die Arbeiten mit einer Auszeichnung, 1995 folgte ein Europa-Nostra-Preis.
Einige der wertvollsten alten Ikonen aus Owczary befinden sich heute in Museen, etwa im Nationalmuseum Krakau und im Freilichtmuseum in Sanok.
Laut dem regionalen Tourismusportal VisitMałopolska (Stand: Oktober 2026) öffnet eine örtliche Führerin, Frau Renata Bania, den Innenraum (+48 18 351 89 73). Der Eintritt ist frei, Fotografieren ist erlaubt, und Besucher dürfen sogar hinter die Zarentür der Ikonostase blicken. Messen finden sonntags und an Feiertagen um 12:00 Uhr statt. Feste Öffnungszeiten gibt es nicht – ruf vorher an, besonders im Winter 2026/27, wenn die Kirche unbeheizt ist und die Straßen glatt sein können.
Owczary begeistert Kunstliebhaber und alle, die sich für die Geschichte der Lemken interessieren. Auch Kinder finden es spannend, mit der Führerin einen Blick hinter die Zarentür zu werfen. Am Eingang gibt es Stufen und Schwellen – wer im Rollstuhl unterwegs ist, fragt am besten vorher telefonisch nach.
Ja – Owczary ist eine der stimmungsvollsten Holzkirchen der Region und selten überlaufen. Plane 30 bis 45 Minuten ein. In der Nähe lohnen die UNESCO-Holzkirche in Sękowa, Gorlice mit seinen Soldatenfriedhöfen aus der Schlacht von 1915 sowie die Kirchen in Kwiatoń und Brunary Wyżne.
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Geprüft: Oktober 2026