Kirchen & Klöster
Sękowa
Im Winter 1914/1915, während der heftigen Kämpfe an der Front bei Gorlice, rissen Soldaten Holz aus der Kirche von Sękowa, um Schützengräben zu bauen und zu heizen. Dass das Gotteshaus überhaupt überlebte, verdankt es dem Wiederaufbau, der bereits 1918 begann. Heute gehört die Holzkirche St. Philippus und Jakobus von etwa 1520 zum UNESCO-Welterbe, und ihre weit ausladenden, offenen soboty – überdachte Umgänge auf Pfosten – machen sie zu einer der markantesten Silhouetten in den Niederen Beskiden.
Die Kirche entstand zu Beginn des 16. Jahrhunderts, um 1520 und spätestens 1522 – aus demselben Jahr stammt das steinerne Taufbecken. Sie ist ein einschiffiger Blockbau auf einem Fundament aus Bruchstein. Die Wände aus handbehauenen Lärchenbalken sind vollständig mit Holzschindeln verkleidet, ein gemeinsames steiles Dach überspannt den schmaleren Chor und das breitere Schiff. Im 17. Jahrhundert kamen ein Turm in Ständerbauweise mit kuppelförmiger Haube und die ausladenden soboty hinzu, die der Kirche ihre unverwechselbare Form geben. 1819 wurden Sakristei und Musikempore umgebaut.
Bekannte polnische Maler um 1900 haben die Kirche gemalt, darunter Stanisław Wyspiański, Józef Mehoffer, Teodor Axentowicz und Włodzimierz Tetmajer. 1974 gab die Polnische Post eine Briefmarke mit ihrem Bild in einer Serie über ländliche Baukunst heraus. Die Restaurierung wurde 1994 mit einer Europa-Nostra-Medaille ausgezeichnet, 2003 kam die Kirche zusammen mit anderen Holzkirchen im südlichen Kleinpolen auf die UNESCO-Liste.
Das Innere ist schlicht – gerade wegen der Zerstörungen im Ersten Weltkrieg; die Seitenaltäre sind moderne Rekonstruktionen nach Renaissance-Vorbildern. Umso genauer lohnt der Blick auf das, was überdauert hat: Taufbecken, Kruzifix und Portale.
Es handelt sich um eine Filialkirche, nicht um ein Museum, feste Öffnungszeiten gibt es nicht. Ob Sie hineinkommen, hängt von den Betreuern der Kirche und der Route der Holzarchitektur Kleinpolens ab – klären Sie das vor der Anreise. Auch bei geschlossener Tür lohnt ein Rundgang unter den soboty: Von außen sieht man am meisten. Planen Sie 30–45 Minuten ein. Gut kombinieren lässt sich Sękowa mit dem nahen Siary und der Stadt Gorlice.
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