Berge & Gipfel
Izby, Kleinpolen
Die Lackowa (997 m) ist der höchste Gipfel im polnischen Teil der Niederen Beskiden und gehört zur „Krone der polnischen Berge“. Aus der Ferne wirkt sie wie eine sanfte, bewaldete Kuppe, doch von Westen führt einer der steilsten markierten Wanderwege Polens außerhalb der Tatra hinauf. Wanderer nennen diesen Abschnitt die Klagemauer.
Ursprünglich trug der Berg den lemkischen Namen Łackowa (polonisiert Wackowa), abgeleitet vom Vornamen Łacko. Während der Konföderation von Bar, eines Adelsaufstands gegen den russischen Einfluss im 18. Jahrhundert, war die Gegend befestigt und umkämpft. Der damals unbewaldete Gipfel diente den Truppen von Kazimierz Pułaski zum Signalisieren mit Fahnen zwischen den Lagern in Izby und Wysowa, daher der zweite Name Chorągiewka Pułaskiego („Pułaskis Fähnchen“). Nach einer Schlacht gegen die Abteilung des russischen Generals Drewicz am 3. und 4. Oktober 1770 mussten sich die Konföderierten über die österreichische Grenze zurückziehen. Scherzhaft heißt die Lackowa auch „Polizeiberg“, weil ihre Höhe der polnischen Polizei-Notrufnummer 997 entspricht.
Die Lackowa liegt an der slowakischen Grenze zwischen Krynica-Zdrój und Wysowa, über den Dörfern Izby und Bieliczna. Der höchste Punkt der gesamten Niederen Beskiden liegt allerdings auf slowakischer Seite: der Busov (1002 m). Die Lackowa ist also nur auf polnischer Seite die Nummer eins. Der Gipfel ist bewaldet und ohne Schild leicht zu übersehen, außerdem steht dort ein Grenzstein.
Die eigentliche Attraktion ist der Aufstieg. Der rot markierte Weg am Westhang überwindet auf rund 1 km etwa 300 Höhenmeter. Bei durchschnittlich etwa 30 Grad Neigung kann allein die Klagemauer so lange dauern wie der ganze übrige Weg.
Der kürzeste und beliebteste Weg ist der rote ab Izby, der längste beginnt in Wysowa-Zdrój. Sanfter ist die Variante von Izby über Bieliczna zum Pułaski-Pass und dann auf dem roten Weg entlang der Grenze zum Gipfel. Sie ist leichter, dauert aber etwa 4 Stunden. Der Abstieg über die Klagemauer kann nach Regen gefährlich sein, deshalb gehen viele den steilen Abschnitt hinauf und über den Pułaski-Pass zurück.
Nehmen Sie Stöcke und Schuhe mit gutem Profil mit, denn der Steilhang wird nach Regen rutschig. In der Nähe gibt es weder Hütte noch Imbiss, Wasser und Proviant gehören also in den Rucksack. Verbinden Sie die Tour mit einem Blick auf die hölzernen Lemkenkirchen in Izby und Bieliczna.
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