Burgen
Rabsztyn, Kleinpolen
Drei Krakauer Ratsherren saßen so lange im Verlies dieser Burg, bis ihre Stadt Sühnegeld für die Tötung des Burgherrn gezahlt hatte. Die Burg Rabsztyn, deren Name vom deutschen Rabenstein stammt, steht auf einem Kalkhügel (427,5 m ü. d. M.) wenige Kilometer von Olkusz entfernt und gehört zum Adlerhorst-Weg, einer Kette mittelalterlicher Burgen im Polnischen Jura. Heute bietet der teilweise rekonstruierte Turm einen Rundblick über die Gegend um Olkusz, und am Fuß des Hügels wartet das Kocjan-Haus.
Grabungen zeigen, dass schon in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erste Holzbauten auf dem Felsen standen. Die Burg sicherte die Grenze zu Böhmen und die Handelsstraße von Krakau nach Breslau, das steinerne Wohnhaus und der Turm entstanden vermutlich unter König Kasimir dem Großen. Erste schriftliche Erwähnungen stammen von 1396. Im 15. Jahrhundert gehörte die Burg den Melsztyński, danach den Tęczyński. Andrzej Tęczyński verprügelte einen Plattner, der seine Rüstung angeblich schlecht gefertigt hatte, und wurde von Krakauer Bürgern erschlagen; sechs Ratsherren wurden dafür hingerichtet, drei weitere saßen in Rabsztyn ein, bis Krakau zahlte.
Ab 1515 pachtete der aus dem Elsass stammende Bankier Johann Boner die Burg, seine Familie stellte vier Generationen lang den Starosten. 1573 empfing Seweryn Boner der Jüngere hier König Heinrich von Valois. 1587–1588 verteidigte die Besatzung unter dem Kosakenrittmeister Gabriel Hołubek die Burg gegen die mit den Habsburgern verbündeten Zborowski. Nach 1599 begann Mikołaj Wolski an der Stelle der Unterburg den Bau eines spätrenaissancezeitlichen Palastes mit rund 40 Räumen. 1657 brannten die abziehenden Schweden die Festung nieder, später zogen die Besitzer in einen Gutshof am Fuß des Hügels.
Die Burg bestand aus drei Teilen: Ober-, Mittel- und Unterburg.
Die teilweise Rekonstruktion betrieben der Verein Zamek Rabsztyn und die Gemeinde Olkusz, abgeschlossen wurde sie 2021. Die Ruine war unter anderem im Film Karol – Ein Mann, der Papst wurde zu sehen.
Laut Preisliste auf der Website der Burg kostet ein Normalticket von Dienstag bis Freitag 20 PLN und am Wochenende 25 PLN (ermäßigt 15 bzw. 18 PLN). Kinder unter 3 Jahren haben freien Eintritt. Von April bis Oktober ist das Kocjan-Haus im Ticket enthalten. Samstags und sonntags führen von März bis Oktober Guides zu jeder vollen Stunde zwischen 11:00 und 16:00 Uhr, ein Audioguide kostet 5 PLN. Die Burg ist saisonal geöffnet, letzter Einlass ist 30 Minuten vor Schließung.
Die Adresse lautet Rabsztyn 24, 32-300 Olkusz. Wegen des Umbaus der Landesstraße DK94 kann die Anfahrt schwierig sein; die Burgverwaltung empfiehlt, die Umgehungsstraße von Olkusz zu nehmen. Für Burg, Turm und Kocjan-Haus sollten Sie 1–1,5 Stunden einplanen. Die Turmtreppe ist steil, mit kleinen Kindern also langsam gehen. Die jährlichen Ritterturniere und das Fest Juromania ziehen viele Besucher an; wer es ruhiger mag, prüft den Veranstaltungskalender und kommt an einem Wochentag.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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