Natur
Rabsztyn, Kleinpolen
Am 28. Juni 1947 fand der Speläologe Kazimierz Kowalski trotz eines frühen, warmen Frühlings am Grund eines Felsschachts in der Cisowa Skała reichlich Eis – so wurde Omszała Studnia (Bemooster Brunnen) entdeckt, eine der größeren Höhlen des heutigen Reservats Pazurek. Das Stück des alten Olkuszer Waldes zwischen den Dörfern Pazurek und Jaroszowiec schützt Buchenwälder mit Bärlauch und Orchideen sowie 11 Kalkfelsgruppen mit Schluchten, Felsdächern und Höhlen.
Das Reservat wurde 2008 auf 187,91 ha im Landschaftspark Adlerhorste und im Natura-2000-Gebiet „Jaroszowiec“ eingerichtet. Geschützt sind nährstoffreicher Waldmeister-Buchenwald, wärmeliebender Orchideen-Buchenwald, bodensaurer Buchenwald und Ahornwald mit Hirschzunge. Nachgewiesen wurden rund 300 Gefäßpflanzenarten, darunter mehr als 20 geschützte – etwa Bärlauch, Gelappter Schildfarn, Orchideen wie die Korallenwurz, die Breitblättrige Stendelwurz und mehrere Waldvögelein-Arten. Im Frühjahr blüht der Waldboden, bevor das Kronendach der Buchen ihn beschattet.
Mit der Gründung des Reservats wurde das Klettern verboten; seit Juni 2019 ist es nur unter bestimmten Bedingungen wieder erlaubt – informieren Sie sich vorher über die geltenden Regeln.
Gleich daneben erhebt sich der Januszkowa Góra (449 m), benannt nach dem sagenhaften Räuber Januszek. Wenig unterhalb des Gipfels liegt der umzäunte Eingang zur Januszkowa Szczelina, die als dritttiefste Höhle des gesamten Krakau-Tschenstochauer Hochlands gilt – nur für ausgerüstete Höhlenforscher zugänglich. Wenige Kilometer entfernt stehen die Ruinen der Burg Rabsztyn.
Durch das Reservat führen ein Rundlehrpfad mit 12 Stationen und Infotafeln sowie ein grüner Abzweig des Adlerhorst-Wegs. Laut Visit Małopolska ist die Runde gut 5 km lang, mit Holztreppen und Geländern zwischen den Felswänden. Sie erreichen das Reservat über einen blauen Verbindungsweg vom Bahnhof Jaroszowiec oder vom Waldparkplatz an der Woiwodschaftsstraße 783 (Olkusz–Wolbrom) bei Pazurek. Der Zugang ist ganzjährig kostenlos, nach Starkregen und im Winter sind die Wege jedoch rutschig. Für die Runde mit Pausen an den Felsen sollten Sie 2–3 Stunden einplanen. Führen Sie Hunde an der Leine und bleiben Sie auf den markierten Wegen.
Eintritt frei
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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