Museen
Olkusz, Kleinpolen
Wenige Meter unter dem Pflaster des Marktplatzes von Olkusz liegen die Keller eines Rathauses, das seit zweihundert Jahren nicht mehr über der Erde steht. Podziemny Olkusz (Unterirdisches Olkusz) besteht aus zwei unterirdischen Ausstellungen – unter den Resten des mittelalterlichen Rathauses und unter dem ehemaligen Königlichen Viertel – und erzählt von einer Stadt, die jahrhundertelang vom Abbau von Silber und Blei lebte. Hier versteht man, warum Olkusz „Silberstadt“ genannt wird und weshalb eine Bergmannshacke im Stadtwappen steht.
Das Rathaus stand seit dem Mittelalter auf dem Markt – die erhaltenen Kellermauern werden ins 14.–15. Jahrhundert datiert und stehen seit 2011 unter Denkmalschutz. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude abgetragen, doch Fundamente und Keller zu beseitigen lohnte sich laut Stadtgeschichte nicht mehr. Sie bilden heute den Kern der ersten Route. Die zweite liegt in den Kellern des Königlichen Viertels, Sitz der Bergbehörden, wo um 1600 eine königliche Münzstätte arbeitete, die 1579 eröffnet wurde. Geprägt wurden dort unter anderem Taler, Groschen und Dreigroschenstücke.
Die Sanierung des Königlichen Viertels und der Rathauskeller begann 2018 und kostete laut Radio Kraków insgesamt über 25 Mio. PLN. Nach mehr als drei Jahren Bauzeit entstand ein multimediales Museum in städtischer Trägerschaft.
Die erste Ausstellung führt von den mittelalterlichen Gruben bis zur Blütezeit Ende des 16. Jahrhunderts. Am eindrucksvollsten ist ein großes Stadtmodell, auf dem die wichtigsten Gebäude per Bildschirm aufleuchten. Dazu kommt ein 3D-Modell des Rathauses, das Ratssitz, Kanzlei und Stadtgefängnis war. Achten Sie auf die Replik des Astrolabiums von Marcin Bylica, eines gebürtigen Olkuszers, der Hofastronom des ungarischen Königs Matthias Corvinus war. Ein eigener Teil widmet sich dem Wappen mit der Hacke, das erstmals 1386 belegt ist.
Die zweite Route ist eher technisch. Besucher können Modelle alter Bergbaumaschinen selbst in Gang setzen – Göpel, Erzwäsche, Archimedische Schraube und Paternosterpumpe – und Nachbauten von Öfen zum Schmelzen von Blei und Silber sehen. An Waagen mit vier ähnlich großen Gegenständen spürt man, wie schwer Blei ist. In den Vitrinen liegen Grabungsfunde: Keramik, Ofenkacheln, Werkzeuge der Bergleute und Hüttenarbeiter sowie bleierne Orgelpfeifen.
Das Museum ist dienstags bis sonntags von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet (letzter Einlass 15:30 Uhr), montags geschlossen. Ein Normalticket kostet 25 PLN, ermäßigt 20 PLN, der Audioguide 10 PLN (Stand: Oktober 2026). Für beide Routen sollten Sie etwa 90 Minuten einplanen. Unter der Erde herrschen 16–20 °C, eine leichte Jacke ist auch im Sommer sinnvoll. Der Eingang liegt am Rynek 4, kostenlos parken können Sie in der ul. Mickiewicza 18. Danach lohnt ein Blick in die St.-Andreas-Basilika mit dem originalen Silberkreuz.
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