Historische Orte
Olkusz, Kleinpolen
Knapp 3 km westlich des Zentrums von Olkusz sind die Reste einer mittelalterlichen Burg erhalten: ein tiefer Graben, zwei Ringe aus Erdwällen und die Ruinen der gotischen Kirche St. Johannes der Täufer. Hier beginnt die Geschichte der Stadt – bevor Olkusz an seinen heutigen Standort verlegt wurde, lag es genau an dieser Stelle. Der Burgwall gibt der Forschung bis heute Rätsel auf; an den alten Standort erinnert der Name des Stadtteils Stary Olkusz („Alt-Olkusz“).
Die Burg war kreisrund und hatte einen Durchmesser von etwa 80 m. Wann sie entstand, ist nicht genau bekannt – vermutlich im 12. Jahrhundert. Zerstört wurde sie wahrscheinlich um die Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert bei polnisch-böhmischen Kämpfen in der Zeit der Teilfürstentümer; etwa zu dieser Zeit, Ende des 13. Jahrhunderts, wurde die Stadt rund 3 km nach Osten verlegt. Bei archäologischen Grabungen fanden sich in der Brandschicht Pfeilspitzen, Armbrustbolzen, Sporen, Gefäßscherben und zahlreiche Gegenstände aus örtlichem Silber und Blei aus dem 13. und 14. Jahrhundert.
Vermutlich noch im 14. Jahrhundert entstand an der Stelle der niedergebrannten Burg die gotische Kirche St. Johannes der Täufer, umgeben von einem Friedhof. Im 16. Jahrhundert wurde sie zur Kapelle umgewandelt, die – die Quellen sind sich uneinig – bis ins 17. oder 18. Jahrhundert bestand. Erhalten sind Mauern und Krypten; 1937 wurde auf der Mauer des ehemaligen Chores ein Denkmal mit Kreuz und einer Tafel zur Geschichte der Kirche errichtet.
In den 1960er-Jahren bewahrte die Gesellschaft der Freunde des Olkuszer Landes den Burgwall und die Kirchenmauern davor, unter den Halden des örtlichen Zink- und Bleibergwerks begraben zu werden. Damals kam auch der Altar aus dem 16. Jahrhundert aus der Johanneskirche in die Basilika St. Andreas im Zentrum von Olkusz, wo er bis heute zu sehen ist. In der Nähe des Burgwalls sind Spuren des mittelalterlichen Bergbaus erhalten.
Der Burgwall ist frei zugänglich, ohne Eintritt und ohne touristische Infrastruktur, und wirkt mitunter etwas vernachlässigt – tragen Sie bei hohem Gras oder nach Regen festes Schuhwerk, denn Wälle und Graben sind steil. Für einen Rundgang um Wälle und Ruinen genügen 30–45 Minuten. Verbinden Sie ihn mit einem Besuch der Basilika St. Andreas, in der der Altar aus Stary Olkusz steht. Der Burgwall liegt am Radweg „Burgwall und Freilichtmuseum“ und eignet sich gut als Ziel einer kurzen Radtour aus dem Zentrum.
Eintritt frei
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