Seen & Gewässer
Kalety, Schlesien
In Zielona, einem Waldstadtteil von Kalety rund 5 km vom Zentrum entfernt, breitet sich die Mała Panew (Malapane) zu zwei miteinander verbundenen Gewässern aus. Das ältere ist mittelalterlichen Ursprungs: Es entstand dort, wo örtliche Schmiede Erz aus dem Flussbett gruben. Heute gibt es hier Badestellen, Naturlehrpfade und eine hölzerne Windmühle auf einer Insel – und am Ufer ein Jagdschloss, in dem Kaiser Wilhelm II. auf die Jagd ging.
Der Teich entstand Mitte des 13. oder im 14. Jahrhundert. Die starke Strömung der Mała Panew legte damals in Zielona ein Lager von Raseneisenerz frei, das die Schmiede des Ortes abbauten und zu Eisen verarbeiteten – die Grube lief bald voll Wasser. Im Lauf der Jahrhunderte trug das Gewässer unter anderem den Namen Kuźniczy Rybnik (Schmiedeteich). Es diente als Wasserreserve für die Eisenherstellung, später als Fischteich und nach dem Zweiten Weltkrieg als Wasserreserve für die Zellstoff- und Papierfabrik in Kalety. Auf einer Karte von 1827 maß es 9,7 ha.
Anfang der 1960er-Jahre wurde der völlig zugewachsene Teich gereinigt und vertieft, ein Jahrzehnt später, Anfang der 1970er-Jahre, staute man oberhalb davon die Mała Panew mit einem Damm auf – so entstand ein zweiter, größerer Stausee. Die Angaben zur Fläche gehen auseinander: Messungen von 2018 ergeben etwa 10,7 ha für den Unteren Teich und 24,2 ha für den Teich Zielona, andere Quellen nennen insgesamt 57 oder 60 ha. Beide sind flach – im Schnitt 1,5–2 m tief.
Am Teich steht ein Jagdschloss, das Graf Guido Henckel von Donnersmarck, Besitzer der Zellstoff- und Papierfabrik in Kalety, 1861 errichten ließ. Der mittelalterliche Teich wurde in den Schlosspark einbezogen, das umzäunte Wildgehege umfasste rund 6.000 ha – 1914 lebten dort etwa 450 Hirsche. Vom 18. bis 20. November 1900 jagte hier Kaiser Wilhelm II. Fasanen. Nach dem Krieg diente das Schloss als Stützpunkt eines Forsttransportbetriebs mit Werkstätten, was das Gebäude schwer beschädigte. Heute ist es eingezäunt, wartet auf seine Sanierung und ist nur von außen zu sehen.
Für einen Spaziergang um den Unteren Teich mit der Windmühle reicht eine Stunde, für die ganze Grüne Schleife mit dem Rad 1–2 Stunden. Die Windmühle fotografieren Sie am besten vom Ufer aus durch den Schilfgürtel bei tief stehender Sonne. Badestellen, Verleih und Campingplatz sind saisonal, vor allem im Sommer geöffnet; außerhalb der Saison ist es am Wasser ruhig. Zielona liegt etwa 5 km durch den Wald vom Zentrum Kaletys entfernt – am bequemsten kommen Sie mit dem Auto oder dem Fahrrad.
Eintritt frei
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