Kirchen & Klöster
Miasteczko Śląskie, Schlesien
Mehr als ein Jahrhundert nach der Stadtgründung gingen die Bewohner von Miasteczko Śląskie (Georgenberg) noch ins benachbarte Żyglin zur Messe. Eine eigene Kirche — aus Holz, mit Schindeldach und umlaufendem Laubengang — bauten sie erst 1665–1667, der Glockenturm daneben trägt die Jahreszahl 1666. Die ehemalige Mariä-Himmelfahrt-Kirche, heute St. Georg und Mariä Himmelfahrt geweiht, ist eine Station der Holzarchitekturroute der Woiwodschaft Schlesien.
Der Ort entstand im 16. Jahrhundert an Blei- und Silbergruben und erhielt am 23. April 1561 von Markgraf Georg Friedrich von Brandenburg das Stadtrecht. Weil dies am Georgstag geschah, wurde die Stadt Georgenberg genannt und erhielt ein Wappen mit dem Heiligen im Kampf mit dem Drachen — die Einheimischen nannten sie trotzdem einfach „Miasteczko“, „das Städtchen“. Geweiht wurde die Kirche 1670 von Bischof Mikołaj Oborski. Fast zweihundert Jahre lang war sie nur Filialkirche der Pfarrei Żyglin, die Priester kamen von dort zu den Gottesdiensten.
Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche umgebaut und erhielt einen Seitenaltar mit dem Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes, das — so eine alte Aufzeichnung — auf der „kaiserlichen“ wie auf der „polnischen“ Seite der Grenze verehrt wurde. 1823 wollten die Bürger die Pfarrei von Żyglin in ihre Kirche verlegen, doch der Besitzer von Żyglin aus einer anderen Linie der Henckel von Donnersmarck widersprach. Eigene Seelsorger bekam Miasteczko 1849, eine selbstständige Pfarrei 1914. Zuvor, 1905–1908, war direkt daneben eine neue gemauerte Pfarrkirche nach Plänen von Oskar Hoßfeld entstanden, die Holzkirche blieb Filialkirche.
Die Kirche steht in der Dworcowa 2 neben der neueren Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, beide sehen Sie bei einem kurzen Spaziergang. Als Filialkirche hat sie keine festen Besichtigungszeiten — den Innenraum sehen Sie am einfachsten rund um die Gottesdienste, für andere Termine fragen Sie im Pfarrbüro nach. Baukörper, Laubengang und Glockenturm lassen sich jederzeit von außen betrachten; insgesamt genügen 20–30 Minuten. Miasteczko Śląskie liegt im Kreis Tarnowskie Góry, nahe der gleichnamigen Kreisstadt.
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