Natur
Miasteczko Śląskie, Schlesien
Im Wald bei Żyglin, einem Stadtteil von Miasteczko Śląskie, hat sich ein kleiner Rest einer alten Düne erhalten – eine abgeflachte Fläche von etwa 20 mal 40 Metern. Der übrige Sand wurde im 20. Jahrhundert für den Steinkohlenbergbau abgebaut; dieses Stück blieb nur erhalten, weil darauf ein Hochspannungsmast steht. 2013 fanden Archäologen hier Spuren eines Lagers mesolithischer Jäger, Sammler und Fischer, das über 8000 Jahre alt ist.
Nach Ansicht der Forscher entstand die Düne in der Jüngeren Dryas, der letzten Kaltphase am Ende der Eiszeit, als Südwestwinde vorherrschten. Es war eine Bogendüne in einem größeren Dünenfeld, deren Hänge sanft zu Mooren, einem ehemaligen kleinen See und Feuchtgebieten abfielen. Vor Beginn des Abbaus lag der erhaltene Rest in einer Senke zwischen zwei Dünenkuppen.
Die archäologischen und geologischen Arbeiten fanden 2013 an der Fundstelle Miasteczko Śląskie 2 statt. Ein Forscherteam, u. a. von der Schlesischen Universität, mit dem Archäologen Eugeniusz Foltyn beschrieb sie 2018 als Randbereich eines größeren Lagers oder als kurzen Rastplatz einer mesolithischen Jägergruppe. Das Feuersteininventar ordnen die Forscher vorsichtig dem Duvensee-Komplex oder der Komornica-Kultur zu. Die Bewohner der Düne fertigten Feuersteinwerkzeuge, jagten wahrscheinlich Vögel und sammelten Mineralien zur Herstellung von Farbstoffen.
Holzkohle aus der Schicht unter den Funden wurde mit der Radiokarbonmethode auf 6816–6593 v. Chr. datiert. Die Düne hat auch spätere Kapitel: Es fanden sich Spuren aus der Römischen Kaiserzeit und dem Mittelalter, in den benachbarten Mooren außerdem Holzkohleschichten aus der Jungsteinzeit. Torf wurde hier wahrscheinlich schon im 4.–5. Jahrhundert n. Chr. gestochen und getrocknet; die Zunahme dieser Arbeiten bringen die Forscher mit dem Bergbau und der Metallurgie rund um Tarnowskie Góry in Verbindung, die Holz und Holzkohle benötigten.
Dies ist eine Forschungsstätte, keine ausgebaute Attraktion: Erwarten Sie weder Schilder noch einen Lehrpfad. Orientierungspunkt ist der Hochspannungsmast im Wald bei Żyglin, am alten Waldweg Richtung Miotek und Kalety. Die Stelle selbst haben Sie in einer Viertelstunde gesehen – verbinden Sie sie am besten mit einer Radtour durch die umliegenden Wälder. Graben Sie nicht und nehmen Sie nichts mit – jeder Feuerstein ist für die Forschung wichtig.
Eintritt frei
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