Denkmäler
Zakopane, Kleinpolen
Der Gutsbesitzer Zygmunt Gnatowski wollte in Zakopane eine einfache Goralenhütte für seine volkskundliche Sammlung bauen. Stanisław Witkiewicz überzeugte ihn von etwas Neuem. So entstand 1892–1893 die Villa Koliba, das erste Haus im Zakopane-Stil, mit dem Witkiewicz eine polnische Nationalarchitektur auf Grundlage der Holzbauten der Region Podhale schaffen wollte. Heute beherbergt sie das Museum des Zakopane-Stils, den einzigen Ort in Polen, der die Geschichte dieses Stils zeigt.
Der Name kommt vom Goralen-Wort „koleba“ für eine Hirtenhütte. Die Skizzen entstanden 1891, gebaut haben die Villa in der Kościeliska-Straße einheimische Zimmerleute unter Witkiewiczs Aufsicht. Im Ostflügel lag eine Goralenstube für Gnatowskis Sammlung, im zweigeschossigen Westflügel Salon und Schlafzimmer. 1901 ließ der Besitzer den Westflügel vergrößern, was die Form des Hauses veränderte. Gnatowski starb 1906 ohne Erben. Die Villa wurde verkauft, seine Sammlung ging laut Testament an das Tatra-Museum.
1935 kaufte eine militärische Ausbildungsorganisation der Eisenbahner das Haus und machte daraus eine Pension. Dabei verschwanden die meisten Originalöfen, die Böden wurden erneuert und Art-déco-Elemente ergänzt. Während der Besatzung war hier die Hitlerjugend untergebracht, nach dem Krieg ein Erholungsheim und bis Dezember 1981 ein Kinderheim. Die vom Tatra-Museum veranlasste Restaurierung begann in den 1980er-Jahren, am 4. Dezember 1993 öffnete das Museum. Die Innenräume gestaltete der Künstler Władysław Hasior. Seit 1983 steht die Villa unter Denkmalschutz.
Den Begriff „Zakopane-Stil“ prägte nicht Witkiewicz, sondern František Neužil, und Witkiewicz hielt nichts davon. Der Stil hielt sich nur etwa zwanzig Jahre, prägte das Bild von Zakopane aber für Jahrzehnte. Später entwarf Witkiewicz unter anderem die Villa Pod Jedlami, die Herz-Jesu-Kapelle in Jaszczurówka und das Hauptgebäude des Tatra-Museums.
Die Villa liegt in der ul. Kościeliska 18, der ältesten Straße von Zakopane, gesäumt von historischen Häusern und Goralenhütten. Laut Tatra-Museum kostet ein Normalticket 20 PLN, ermäßigt 10 PLN, eine Führung 40 PLN und ein Audioguide 5 PLN. Donnerstags ist der Eintritt frei. Geöffnet ist montags, mittwochs, donnerstags und sonntags von 9:00 bis 17:00 Uhr, freitags und samstags von 11:00 bis 19:00 Uhr. Dienstags ist das Museum geschlossen. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Angaben auf der Museumswebsite. Die Besichtigung dauert etwa 45 Minuten. Gehen Sie danach die Kościeliska entlang und sehen Sie, wie die Ideen der Koliba in den Nachbarhäusern weiterlebten.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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