Kirchen & Klöster
gmina Pilica, Schlesien
Das Bild, vor dem Pilger in Pilica-Biskupice beten, misst nur 37,5 × 25 cm. Der Überlieferung nach fand es ein Bischof in einer Herberge am Weg: zwei Bretter, die zusammengesetzt ein Bild der Muttergottes ergaben. Heute trägt diese kleine italienische Kopie der römischen Ikone Salus Populi Romani Kronen, die Papst Johannes Paul II. gesegnet hat, und die barocke Franziskanerkirche, in der sie hängt, ist die Wallfahrtsstätte der Muttergottes vom Schnee, Beschützerin der Familien.
Gestiftet wurde das Kloster von Maria Józefa Sobieska, geb. Wessel, Herrin von Pilica und Witwe des Prinzen Konstanty, eines Sohnes von König Johann III. Sobieski. 1739 schenkte sie den Franziskanern ein Grundstück namens Pikoż auf einem Hügel in Biskupice, direkt am Stadtrand; am 2. November desselben Jahres genehmigte der Krakauer Bischof Kardinal Jan Lipski den Bau, und 1740 wurde auf dem Schloss Pilica die Stiftungsurkunde unterzeichnet. 1745 zogen die Brüder ein; die Kirche zum Heiligsten Namen Jesu entstand 1743–1746 und wurde am 14. Mai 1747 geweiht. Im 18. Jahrhundert gab es hier eine Bibliothek und ein Studium der Philosophie und Theologie.
Dann folgten schwere Jahre. 1857 zerstörte ein Brand große Teile der Anlage, und weil Mönche am Januaraufstand gegen die russische Herrschaft teilgenommen hatten, verfügten die zaristischen Behörden die Auflösung des Klosters – vollzogen 1902, wobei ein Bruder bis zu seinem Tod 1915 hier lebte. Am 30. Oktober 1915 kehrten die Franziskaner mit Erlaubnis der österreichischen Besatzungsbehörden zurück. Im Zweiten Weltkrieg plünderten die Deutschen das Kloster; seit 1946 betreuen die Brüder die Pfarrei.
Der Überlieferung nach gehörte das Bild zuerst dem Bruder der Stifterin, Augustyn Wessel, Bischof von Kamieniec. Sobieska bewahrte es in der Schlosskapelle auf und schenkte es den Franziskanern, als sie Pilica 1753 verließ. Es ist auf Erlenholzbretter gemalt; restauratorische Untersuchungen datieren es ins 17. Jahrhundert und verweisen auf Italien. Es gilt als eine der ältesten Kopien des römischen Originals aus der Basilika Santa Maria Maggiore auf polnischem Boden. Goldene Kronen mit Brillanten, gefertigt von Krzysztof Wrona aus Brzesko, segnete Johannes Paul II. am 19. August 2002 in Kalwaria Zebrzydowska; am 15. Juni 2003 krönte Bischof Adam Śmigielski von Sosnowiec das Bild und erhob die Kirche zur Wallfahrtsstätte.
Die Anlage liegt unter der Adresse Biskupice 47 auf einem Hügel direkt am alten Stadtrand von Pilica. Kirche und Kloster stehen unter Denkmalschutz. Das Innere sehen Sie am einfachsten kurz vor oder nach einer Messe; die aktuelle Gottesdienstordnung veröffentlicht die Pfarrei auf klasztor-pilica.pl. Seit 2009 ist die Wallfahrtsstätte geistlich mit der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom verbunden, Pilger können hier daher dieselben Ablässe erlangen wie dort. Planen Sie 30–45 Minuten ein und verbinden Sie den Besuch mit einem Spaziergang durch Pilica und zum Schloss, in dessen Kapelle das Bild vor 1753 aufbewahrt wurde.
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